Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 445
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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1908-1909

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An allen ihren Kultorten steht sie aber auch hier, wie Kore,
neben einer höheren weiblichen Gottheit. In der eleusinischen
Kultsage muss sie sich mit der Nebenrolle einer Tochter des
Dysaules und der Baubo begnügen. Die Vermutung, dass sie
erst durch die Orphik aus ihrer kleinasiatischen Heimat nach
Eleusis verpflanzt sei, hat sehr viel für sich. Auch die "lata
der orphischen Hymnen haben wir jetzt durch kleinasiatische
Inschriften kennen gelernt, s. J. Keil, Wiener Eranos zur 50.
Philol.-Vers. (1909) 1 02 f. Ich freue mich zu sehen, dass O. Kern
im Genethliakon für C. Robert (1910) 87 ff. inzwischen schon
ausführlicher, als ich es in diesem Zusammenhang gekonnt
hätte, auf die Beziehung der orphischen Hymnen zu Kleinasien
eingegangen ist. Ob unsere Weihung an Mise an einen alt-
pergamenischen Kult anknüpft, oder ob er doch erst durch das
eleusinische Vorbild bedingt ist, lässt sich natürlich vorläufig
nicht entscheiden. Falls die Platte wirklich zu einer Mar-
morverkleidung des Hauptaltars gehört, so würde dies dafür
sprechen, dass die Göttin hier doch eine viel grössere Bedeu-
tung hat als in Eleusis (s. oben S. 377); anderseits glaube ich
dass in der Zeit, aus der unsere Inschrift zu stammen scheint,
dem II. Jahrh. n. Chr., die eleusinische Kultlegende doch auch
in Pergamon auf die Vorstellung von dieser Gottheit umge-
staltend eingewirkt haben wird. Über Mise vgl. A. Dieterich,
Philol. LII 1893, 1 ff.; Bloch ebenda 577 ff; Tümpel in Roschers
Lexikon II 2, 3023 f.; X. ebenda 3025 f.; Gruppe, Griech. My-
thol. 1 437, 2 und 1542, 1.

27. Dreigeteilte Marmorarchitrave von der Südhalle des
Demeter-Bezirks, mit Inschrift auf der obersten Fascie (s. oben
S. 366 f.), alle gefunden 1909. H. 0,28, L. etwa 2,08, D. oben 0,45.
BH. 0,062. Die Stücke der ersten Gruppe unterscheiden sich
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