Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 455
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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1 908 - 1 909

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der Nordmauer des Kellergeschosses nördlich von der gros-
sen Tür, in später Mauer verbaut; oben abgebrochen, die
Profile unten rings herum geführt; auf der Vorder- und der
1. Seite beschrieben. H. 0,675, Br. unten am Profil 0,46, D.
ebenda 0,47.

Vorderseite: Inschriftfläche 0,44 h., 0,35 br., BH. in der
ersten Zeile 0,021, in den folgenden 0,025, ZH. 0,054. Pho-
togr. 1 759. Abb. 3.

0eoii; dyv[oooTOic
Kajutcofv
8a5ou)(o[<;.

Dass die pergameni-
sclien Mysten sehr poly-
theistisch dachten, sahen
wir schon aus der vorigen
Inschrift. Der Wunsch,

'jeder Gottheit das Ihre
zu geben5 und ja keine zu
übergehen, hatte schon zu
Weihungen wie Jtdai üeoT<;
oder rcoi Jtavfieüoi geführt.

'Damit war ein Cultusbe-
griff geschaffen, der den
Vorteil hatte, nicht nur
die bekannten und aner-
kannten, sondern auch die
unbekannten Götter zu
umfassen und dadurch die
von fremdländischen Culten so leicht beeindruckte Superstition
zu beruhigen5 (Usener, Göttern. 345). Aber in manchen Fällen
genügte doch diese Form nicht, öökpqoa'eoteqov yotp to jieqI
jtdvtcDv üecüv eu ÄEyEiv xal taut’ ’Aüijvpoiv, ou xal ’AyvooGtoov
Aaipövcov ßoopoi löpuvTai (Philostr. vit. Apoll. VI 3). So be-
richtet uns denn auch Pausanias von Altären unbekann-
ter Götter im Phaleron (I 1,4) und im Heiligtum von Olym-
pia beim grossen Zeusaltar (V 14,8), und der Apostel Paulus
knüpft ja in seiner Areopagrede an einen Altar in Athen an,
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