Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 499
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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1908 -1909

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haben. H. 0,093 (Phot. 1 677. 1 784). Ich halte es für sehr wahr-
scheinlich, dass diese beiden Köpfchen zu den Nike-Torsen
oder zu entsprechenden Figuren aus dem Demeter-Bezirk
gehören. Ausser der gleich guten hellenistischen Arbeit und
der gleichen Grösse spricht dafür auch der Umstand, dass
sie wie diese hinten nur ganz flüchtig ausgearbeitet sind.

Die folgenden fünf Köpfe aus weissem Marmor sind, wie
schon gesagt, alle zusammen gefunden worden und befinden
sich jetzt im Museum zu Konstantinopel: Zunächst ein Her-
rn eskopf (Tafel XXIV 1 ; Phot. 1720 und 1721), 0,284 h., am
Hals gebrochen, im Bruch ein viereckiges Dübelloch. Nasen-
spitze, r. Ohr und 1. Flügelende sind beschädigt. Das dichte,
kurzgelockte Haar ist auf der Oberseite nicht vollständig
ausgearbeitet, einige Löckchen reichen vor den Ohren ziem-
lich weit auf die Wangen herab. Vortretende Unterstirn,
scharf geschnittener und stark gebogener Augenhöhlenrand,
gerade Nase, schmale Ober- und in der Mitte geteilte LTnter-
lippe. Im Nacken ist der obere Teil einer grossen Marmor-
bosse erhalten, die Statue war also nur für Vorderansicht
bestimmt und wohl vor einem Pfeiler oder einer Wand auf-
gestellt. Es ist eine schlechte, mit dem Bohrer, dessen Spuren
man überall sieht, hergestellte römische Arbeit, die wohl auf
ein Original des V. Jahrhunderts zurückgeht; die kleinen,
hinten nicht ausgeführten Flügel sind natürlich auch Zuta-
ten der späteren Copisten (vgl. z. B. Sieveking, Jahrb. XXIV
1909, 3 und Deonna, Rev. archeol. ser. IV XII 1 908, 157).

Sehr gut erhalten ist der hübsche Kn ab en k o p f Taf.
XXIV 2 (Phot. 1717-1719) mit gewölbter Stirn, leicht geöff-
netem Mund, vollen Wangen und rundem Kinn und langem,
lockigem Haar, 0,328 h. Hinter und über dem r. Ohr ist eine
grosse Lockenpartie abgeschlagen, das am Hals ausgebro-
chene Stück wurde mit aufgefunden und wieder angefügt.
Der Kopf ist zum Einlassen in eine Statue unten ziemlich
glatt abgerundet und mit einem tiefen, viereckigen Dübel-
loch versehen; auch im Nacken befindet sich eine grössere,
0,14 h. von unten nach oben verlaufende Einarbeitung zur
Befestigung. Der Kopf ist leicht nach der 1. Schulter gedreht
und wohl auch etwas geneigt, wie man aus dem auf dieser
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