Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 504
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H. HEPDING.

III. DIE EINZELFUNDE

und mit dem zusammen von letzterer ein Stückchen mit ab-
gebrochen ist. Dadurch entfernt sich diese Figur allerdings
weit von ihren archaischen Mustern. Aber man sieht ja auch
schon allein aus der Silhouette, dass es dem Künstler nicht
möglich war, einmal von allem, was er sonst in seiner Werk-
statt zu üben gewohnt war, abzusehen und ein solches alter-
tümliches Werk wirklich getreu zu copieren. Unsere Statuette
ist wohl das erste Beispiel eines archaistischen 'Apollon'.

Die aus zwei Bruchstücken zusammengesetzte Askle-
pios-Statuette aus weissem Marmor Taf. XXVII 1 (Phot.1 780)
wurde bei dem grossen Altar gefunden: 0,51 h., Kopf, 1. Un-
terarm, die ganze r. Unterkörperhälfte, die Plinthe mit den
Füssen und dem unteren Teil des Schlangenstabs sind ab-
gebrochen; der r. Arm war mit einem Stift angesetzt; der
nackte Oberkörper ist stark versintert. Die Rückseite ist nur
angelegt. Der Gott ist in der üblichen Weise mit dem Mantel
bekleidet, aber er weicht in seiner Haltung von dem sonst
in Pergamon üblichen Asklepios-Typus (A. v. P. VII 2 Nr.189-
195; Amelung, Röm. Mitt. XVIII 1903, 6 Fig. 4; v. Fritze,
Nomisma II 1908, Taf. 3) stark ab: er steht hier auf dem r.
Bein auf, während das 1. leicht im Knie gebogen und zurück-
gesetzt ist, und lehnt sich mit der 1. Achsel auf den von der
Schlange umwundenen Stab; der Mantel lässt die 1. Schul-
ter und fast den ganzen Oberkörper bis zur stark ausgebo-
genen r. Hüfte frei. Unsere Figur stimmt darin genau über-
ein mit einer lebensgrossen Statue der Villa Pamfili (Rei-
nach, Repert. I 290 Nr. 1), die Wolters bei der Besprechung
ähnlicher Statuetten aus Epidauros, bei denen nur der Man-
tel einen Überschlag hat, und die mit Arndt-Amelung, Ein-
zelaufn. 915 und A. v. P. VII 2 Nr. 188 zusammengehören,
behandelt und mit diesen auf ein Original des IV. Jahrhun-
derts zurückgeführt hat (AM. XVII 1892, 6 f.). Die Statuette
gehört vielleicht noch in die Königszeit.

Der obere Teil eines Hekataions aus weissem Marmor
kam 1908 südöstlich vom Kellergeschoss zu Tage (Phot.1712),
0,135 h. Erhalten sind nur die drei um einen säulenförmigen,
nach oben sich etwas verbreiternden und mit einem Profil
abschliessenden Schaft gruppierten, völlig gleichen Köpfe,
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