Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 512
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H. HEPDING.

III. DIE EINZELFUNDE

genommen: die ganze Haltung, die Giirtung und symmetri-
sche /Vnordnung der Falten des Überfalls, an dessen Zipfel
auch die kleine, eingenähte Kugel nicht fehlt, die tiefen Steil-
falten des Peplos mit dem umgeschlagenen Saum auf der r.
Seite, die Anordnung von Schild und Lanze stimmen genau
mit dem berühmten Werke überein, an das auch schon frü-
her pergamenische Künstler sich angeschlossen haben (s. A.
v. P. VII 1 Nr. 24 mit Taf. VIII, vgl. auch VII 2 Nr. 380).
Im Einzelnen zeigt aber unser Relief viele Abweichungen:
vor allem fehlen die Aegis und die auf die Brust herabfallen-
den Locken, statt des Schlangengürtels ist eine einfache
Schnur gewählt, der Helm hatte offenbar nur einen einfa-
chen Busch, die reichen Reliefs des Schildes waren, wie meis-
tens bei den Nachbildungen, wohl durch ein Gorgoneion
ersetzt, von dem man noch einen kleinen Schlangenleib er-
kennt. Die Burgschlange könnte noch in dem fehlenden
Stück hinter dem Schild hervorgeguckt haben; vielleicht war
sie jedoch auch in Verbindung mit dem Ölbaum dargestellt,
wie auf etwa gleichzeitigen pergamenischen Münzen des M.
Aurelius, Commodus und Severus, auf denen wir auch Athena
mit der Olive und der Burgschlange sehen (v. Fritze, a. a. O.
58). Auch dieses Relief ist ein Zeugnis für die archaisierende
Renaissance im ausgehenden zweiten Jahrhundert (s. oben
S. 502 f. und 505).

Aus dem Demeterbezirk stammen auch noch einige
Bruchstücke von anderen, kleineren Weihreliefs, sie sind
jedoch zu klein, um eine sichere Deutung zu gestatten; eines
(Phot. 1 667 I) stellte vielleicht Asklepios mit dem Omphalos
dar (vgl. z. B. Furtwängler-Urlichs, Denkmäler griech. u. röm.
Skulptur 2 22). — Auf einer kleinen altarförmigen Basis
aus Trachyt aus dem Demeter-Keller (Phot. 1 763; 0,48 h.,
0,315-0,305 br., 0,305 -0,295 t., oben und unten je ein Dübel-
loch) ist auf der Vorderseite ein kleiner Delphin ausgearbei-
tet.—Von den in Pergamon sehr häufigen 'Heroenreliefs3
(vgl. A. v. P. VII 2 Nr. 306 ff. und AM. XXXII 1907,392)
kamen hier auch wieder einige zu Tage, das beste ist auf
Taf. XXIX 1 abgebildet (Phot. 1681; 0,296 h., 0,345 br., 0,09 t.):
es wurde südöstlich vor dem Demeter-Keller gefunden; ein Teil
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