Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 513
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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1908-1909

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der stark vorspringenden Umrahmung, die 1. untere Ecke und
einige besonders weit vortretende Reliefteile sind abgebrochen.
Der Heros ist in der üblichen Weise als Reiter dargestellt;
er hält mit der L. den Zügel, der r. Unterarm ist etwas mehr
wie sonst gehoben, man kann nicht mehr erkennen, ob die
Hand eine Schale hielt. Ihm gegenüber unter einem knorri-
gen Baum, der durch einige grosse Blätter als Platane ge-
kennzeichnet ist, und von dem aus sich die Schlange dem
Heros entgegenringelt, steht eine Frau in dem auf klein-
asiatischen Grabsteinen häufigen c Pudicitia1 * 3-Typus (s. Ame-
lung, Die Skulpturen des Vatican. Museums I 35). Die Um-
risslinien der Figuren sind überall ziemlich tief in den Relief-
grund eingeritzt.—Zwei weitere, sehr viel schlechter gearbei-
tete Heroenreliefs sind schon oben bei den Inschriften be-
sprochen worden (S. 484 f. Nr. 78. 79). Auch ein stark verwit-
tertes Fragment eines Totenmahls wurde beim Demeter-
Tempel ausgegraben (Phot. 1 663 ; 0,185 h., 0,245 br., 0,045 t.).
Ein unbärtiger Mann ist in der üblichen Weise auf einer
Kline gelagert, den Kopf nach der 1. Schulter wendend, den
1. Arm auf ein Kissen stützend und mit der 1. Hand einen
Becher haltend; neben ihm r. ein Baum, in dessen, wie es
scheint, blattlosen Asten sich eine Schlange windet. Es sei
bei der Gelegenheit auch noch erwähnt, dass bei dem Tem-
pel, bezw. zwischen Kellergeschoss und Stützmauer, wieder
zwei der merkwürdigen 'Aschencisten-Deckek (s. A.v. P.
VII 2 Nr. 426-432) gefunden wurden (Phot. 1789), der eine aus
Kalkstein, 0,094 h., 0,35 br. und t. mit zwei flachen concen-
trischen Ringen statt der Schale, der andere aus Trachyt,
0,126 li., 0,32 br. und t., mit der Schale, aber ohne die beiden
Schlangen 4

Aus dem Demeter-Keller stammt das Bruchstück eines
marmornen "Diskos3 (oder besser oscillum, s. Not. d. Scavi
1 907, 549 ff. 584 ff.): Dm. etwa 0,1 65, D. 0,025 (Phot.1 658). Auf
der einen Seite derselbe bärtige Kopf wie auf dem Fragment

1 Auch ein weiteres Exemplar der von Jacobsthal, AM. XXXIII 1908,

426 abgebildeten 'phalloiden5- Grabsteine, aus Trachyt, wurde in der Nähe

des Demeter-Altars gefunden.
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