Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 518
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H. HEPDING.

III. DIE EINZELFUNDE

auch an den Sockelfries eines Altars denken; vielleicht von
der Terrasse der Hera Basileia? Wir haben natürlich in der
Hoffnung, noch weitere Stücke des Frieses zu finden, den
ganzen Canal ausräumen lassen, aber leider ohne Erfolg.
Hoffentlich bringen spätere Grabungen uns noch andere
Fragmente. Dann wird man auch eher zu einer sichereren
Erklärung kommen, als es bei diesem aus seinem Zusammen-
hang gerissenen Stück möglich ist; die Deutung auf Zeus
liegt ja wohl am nächsten (vgl. den thronenden Zeus mit
nacktem Oberkörper, A. v. P. VII 2 Nr.185 und Imhoof-Blu-
mer, die Münzen der Dynastie von Pergamon Taf. III 19-22);
das Löwenfell bleibt dann immerhin auffallend. Ich habe
auch an den Heros Pergamos gedacht, doch das sind un-
sichere Vermutungen. Freuen wir uns des herrlichen Denk-
mals pergamenischer Kunst!

Zu welchem Gebäude das Fragment einer grossen
Schranke aus weissem Marmor gehört, das 1908 westlich
vom Gymnasion-Tempel R zu Tage kam, und auf dem über
reich profiliertem Sockel wohl eine unter einem Baum nach
1. stehende Mänade mit einem Panther in schlechter römi-
scher Arbeit dargestellt ist, wissen wir noch nicht (Phot. 1 737;
0,65 h., 0,375 br., 0,145 t.).

Aus dem Bassin S westlich vom Gymnasion-Tempel
stammt ein grosser Trachytblock mit einem Heroenre-
lief (Phot. 1790; H. 1. 0,33, r. 0,31, Br. 0,51, T. 0,30): Der
Heros auf ruhig stehendem Hengst n. r. in langem Gewand
und Mäntelchen, mit der R. eine Schale nach vorn haltend;
vor ihm ein kleiner Adorant mit erhobener R., der Baum
mit der Schlange fehlt hier. Ein Bruchstück eines kleinen
Heroenreliefs aus weissem Marmor wurde auch noch am
Fuss des Burgbergs unterhalb der Demeter-Terrasse gefun-
den (Phot. 1653; 0,15 h.).

In später Mauer hoch über der Tür 6 in der Ostwand des
Demeter-Bezirks fanden wir 1909 ein neues Bruchstück des
Maskenfrieses A.v. P. VII 2 Nr. 404, aus sehr stark durch
Feuer beschädigtem weissem Marmor (Phot. 1696; H. 0,17,
Br. 0,34, T. 0,18-0,215), r. gebrochen, sonst vollständig: unten
Anschlussfläche, r. im Bruch quadratisches Dübelloch; oben
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