Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: IV
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IV

Vorbericht.

und Prachtsäle schmücken. Es ist aus öffentlichen Blättern
zur Genüge bekannt, welche Verdienste der Beherrscher des
österreichischen Kaiserthums sich auch um Förderung der Alter-
thumskunde und Vermehrung alterthümlicher Kunstwerke in der
kaiserlichen Burg in Wien in den neuesten Zeiten erworben hat.
Die unvergleichliche Vasensammlung des ehrwürdigen Kunst-
kenners und Präsidenten der K. K. Kunstakademie in Wien,
des Grafen vonLamberg*) ist seit 4 Jahren der auch schon
vorher beträchtlichen kaiserlichen Vasensammlung einverleibt
und so alles, was Wien Köstliches der Art besitzt, in dem
würdigsten Vereinigungspunkt ausgestellt worden. Nur das
brittische Museum vermag, durch den Erwerb der Hamilton-
schen Schätze und durch alles was später hinzukam es der
Kaiserlichen hierin zuvorzuthun. Es ist zu hoffen, daß durch
die Großmuth des Kaisers der Plan des Grafen La Borde
in Paris, welcher die ganze Lambergische Sammlung in
einem Prachtwerk mit colorirten Tafeln herauszugeben angc-
fangen, aber durch Ungunst der Zeit gelähmt das nur zu
kostspielige Unternehmen schon mit der zweiten Lieferung
wieder aufgegeben hat, nun unter weit glücklichern Vorbe-
deutungen in Wien selbst, wo der Anblick der Originale vor
Fehlgriffen aller Art bewahren würde, bald werde ausgeführt
werden. Ein so preiswürdiges Beginnen, welches durch er-
wählte Zöglinge der Wiener Kunstschule, die dazu leicht einge-
lernt werden können, würde sorgfältig ausgeführt, zugleich

*) S. Heinrich Meyer in den Anmerkungen Zn Winckel-
manrtts Werken Th. in. S. 443,
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