Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: VII
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Vor bericht

VII

düng dastehn. Die in des Königs Pallästen und Lustschlös-
fern nur als müssige Zierrathen herumstehenden oder im Anti-
kentempel zu Sanssouci aufgehäuften Antiken der Polignac-
schen Sammlung und viele spater hinzugekommene, zum Theil
vom Hm. von Erdmannsdorf aus der Villa Negroni
gekauften Kunstdenkmale, die bewundernswürdige Bronze
des in der Stellung des Euphemismus die Hände zu den
Göttern aufhebenden jungen Athleten aus Lysipp's Schule
(jenem mit den drei herculanischen Frauen im Dresdner Mu-
seum eng verbrüderten Bildwerke*), an der Spitze), werden,
in den dazu vorbereiteten academischen Sälen aufgestellt,
ein eben so vergnügendes als belehrendes Schauspiel gewäh-

') Hrn. Prof. Levezow's treffliche Monographie de iuvenis
adorantis signo ist in allen Hauben. Er hat zuerst die wahre Be-
deutung dieser herrlichen Bronze ausgesprochen. Wenn ich übrigens
der von Visconti mehrmahls und zuletzt noch in der Erklärung
zun: schönen Kupferstich dieser Bronze von P. Nudouin in Robillard-
Peronville's Flusse I Serie n. Xll. ausgesprochenen Muthmaßung
beipflichte, das Urbild stamme von Bedas, dem Schüler Lyfipps und
bezeichne die Danksagung eines jungen Siegers vor dem Opfer, so
hoffe ich darin den Verfasser jener Monographie eines Sinnes mit
mir zu finden. Uebrigcns erinnere ich mich sehr wohl, aus dem
Munde des unvergeßlichen Rath Reumann's in Wien, als er mit
mir in seinem Museum vor der Salzburger Bronze stand, gehört zu
haben, er habe in einem alten handschriftlichen Verzeichniß der in
Belvedere vom Prinzen Eugen aufgestellten Statuen gelesen, die Ber-
liner Bronze sei zu gleicher Zeit mit den Dresdner sogenannten Ve-
stalinnen (1713) unter den Lavadecken vom Herculaneum aus einer
Rotunda emporgehoben und von dem damaligen Vieekönig von Neapel,
dem Prinzen Elbeuf, dem kaiserlichen Feldmarschall Eugen in Wien
geschenkt worden.
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