Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: XI
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Norbericht.

XI

es in andern Theilen Deutschlands nicht an ähnlichen Bestre-
bungen und Aufmunterungen fehlt, beweisen unter andern
die neuesten nützlichen Unternehmungen und lehrreichen
Schriften des K. Preuß. Hofraths Dorow, beweisen die
Erwartungen, die durch alles erregt wurden, was matt aus
Bonn, dieser schnell und kräftig aufblühenden Rhein-Univer-
sität, über die Nachgrabungen in den Granzen der alten
Bona und den dafür zu errichtenden Museum berichtete * *)*
Auch Frankfurt am Main hat in seiner öffentlichen Bibliothek
ein nicht unbedeutendes Antiquarium altagyptischer Merk-
würdigkeiten erhalten, die es der Dankbarkeit eines gebornen

allgemein bethatigtcu Wetteifer für alterthümliche Forschung in den
österreichischen Erblanden, so wie die in Wien erscheinenden patrio-
tischen Blatter und das Anzeigeblatt der Wiener Jahrbücher der
Literatur.

*) Unter dem fördernden Schutz des alles Gute gern begründenden
Staats-Canzlers, Fürsten von Hardenberg ist zur Rettung und
Aufbewahrung der Alterthümer am Rhein ein eignes Institut der
Alterthumskunde in den Rheinischen und Westphalischen Provinzen
errichtet und dessen Leitung dem Hofrath Dorow, der in Bonn seinen
Wohnsitz haben soll, anvertraut worden. Seine Opfer statte und
Grabhügel der Germanen und Römer am Rhein, wovon
das iste Heft mit 22 Steindrucken und einer Fund-Carte zu Wies-
baden 1820 erschien, beweisen seinen Beruf dazu. Ein noch umfassen-
deres Werk über die Rheinisch - Westphalischen Alterthümer wird
stark vorbereitet und der erste Band nächstens erscheinen. Der Eifer
in den Nachgrabungen bei Bonn ist erkaltet und man hat sie fürs
erste geschlossen. Hr. Dorow hat diesen Sommer in Westphalen meh-
rere Denkmale aus der germanischen Herrmannszeit entdeckt, welchen
die christliche Frömmigkeit Symbole des Christenthums eingehauen
hatte.
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