Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: XIX
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Vorbericht.

XIX

dre, oder die Fau Pathin , genannt. Siebleibt den Klei-
nen, die mit gehöriger Zubereitung an ihre Euter gelegt
werden, mit unbeschreiblicher Zärtlichkeit zugethan. Die
Ziegenmilch scheint die wahre Basis der alten Götterkost,
der Ambrosia gewesen zu seyn und thut in Gais und wo
sonst nicht noch alle Tage durch ihre Heilkraft Wunder.
Kurz, sie hat Götter und Menschen genährt. So möge
denn Amalthea als die wahre Urziege am Himmel und auf
der Erde, auch uns hold seyn und den wackern Verleger,
der bei einem solchen Unternehmen weit mehr aufs Rühmliche
sah, als aufs Nützliche, in seiner Erwartung nicht zu Schan-
den werden lassen. Es gab viele Amaltheen im Alterthum.
Möge auch dieß für die Fortsetzung und Vervielfältigung der
unsrigen ein gutes Anzeichen seyn!

So viel zur Beantwortung, ob unser Unternehmen zeitge-
mäß und zweckmäßig sey? Sollten wir nun noch mit vielen
Worten die Grenzen, die wir uns hierbei selbst absteckten,
und den Umfang unsers Plans auseinander setzen? Wir
denken, wer sich die Mühe nehmen und das auf dem Um-
schlag angegebene Jnhaltsverzeichniß überblicken will, wird
unserer bevorwortenden Andeutung dabei nicht bedürfen.
Dafür dürste es aber wohl nicht unschicklich seyn, über
einige Aufsätze im Einzelnen noch ein paar einleitende Worte
hinzuzufügen.

A Iove principium! So mochten wir denn mit
vollem Rechte in der dem Ganzen als Einleitung Vorgesetzten,
das Titelkupfer erklärenden Abhandlung vom kretensi-
schen Zevs als Säugling in der Wiegen- und Zu-
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