Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: XXII
DOI Heft: 10.11588/diglit.9751.1
DOI Seite: 10.11588/diglit.9751#0025
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1820/0025
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
XXII

Vorbericht.

wahre Dlüthenkrone der alles in sich aufnehmenden deut-
schen Philologie ist, aber auch sehr gewitzigter Empfänger
bedarf, da manche einzelne sehr glückliche Combination, die
dem, Wissen mit Fantasie auf eine seltene Weife vereinigenden,
Mythologen stets zu Gebote stehn, solche Leser, welche das
schirmende Moly des gründlichen Wissens von Hermes
Logios nicht immer empfangen haben, leicht zu gewagten
Folgerungen verführen könnten. Möge der würdige Mann,
der auch durch die herrliche Zugabe seines Atlasses so man-
ches erst recht deutlich vor unfern Augen sich gestalten ließ,
den Zeitpunkt bald eintreten sehn, wo es ihm, den fast über
Gebühr beschäftigten, gemüthlich wird, nach Vollendung
dieser Symbolik die klaren Ergebnisse einer Welt von For-
schung in einem einzigen Bande auf einem alles erleuchtenden
und erwärmenden Brennpunkt zusammen zu fassen!

Der Wunsch, den wir in dieser Abhandlung öfter aus-
zusprechen dringende Veranlassung hatten, daß ein neuer
Reisender den klassischen Boden von Creta, dem Wiegen-
lande des panhellenischen Göttervaters und der olympischen
Götterdynastie, nach allen Richtungen untersuchen und mit
dem, was Meursius schon zu seiner Zeit aus den Alten sam-
melte, was aber jetzt bei so vielfach vermehrten und geläuter-
ten Quellenstudium um vieles erweitert werden kann, kritisch
vergleichen möchte, scheint nun wirklich durch des gelehrten
englischen Architekten Cockerell Reisebeschreibung, die un-
verzüglich ins Publikum treten wird, in Erfüllung zu gehn.
Die Probe, die wir daraus vor kurzem über den gortynischen
loading ...