Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: XXIII
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Vorbericht.

XXIII

Labyrinth erhalten haben *), muß wegen der Eigenthümlich-
keit seiner Untersuchung auch denen sehr willkommen seyn,
welche nach Uebereinstimmung alter Schrift- und Münzkunde
nur einen knosischen Labyrinth anerkennen. Man hat viel Gu-
tes gesagt von der geistreichen Anordnung des Marmors aus
der ehemaligen giustinianischen Sammlung, der uns ganz werth
zu seyn schien, an der Spitze zu stehn, und von der Bedeut-
samkeit des Thierzwistes in den Nebenwerken, und damit ein
ähnliches Bild des gelehrten Nie. Poussin verglichen. Es
mag belehrend aber auch warnend seyn, zu bemerken, wie
dieser Gegenstand recht a la Boucher französisirt erscheint
in einem so eben in Wien herausgekommenen, sehr theuren
mythologischen Bilderbuche **)♦ Wenn werden wir uns
endlich entschließen, beim klassischen Alterthum wirklich in
die Lehre zu gehn?

Daß im ersten Abschnitt, welcher der Erläuterung
einzelner Denkmäler, der früher bekannten sowohl als solcher,
die hier zum erstenmal erscheinen, gewidmet wurde, den
ägyptisch-persischen ein eigener Abschnitt zukam, versteht sich

*) In den als zweiten Theil der Memoirs relating to Turkey
erschienenen Travels in various Countries in the East by Rob.
Walpole (London 1Z20.) p. 402 — 403. mit einer sehr interessan-
ten Kupfertafel. Vielleicht finden sich in dem Specimine remm
Creticarum, welches uns von Güttingen aus angekündigt wird, eng-
lische Reisedeschreibungen benutzt, die uns noch nicht zu Gesicht ge-
kommen find.

**) In dem bei Graffer und Harter in Wien erschienenen Kupfer-
werke der Mnthos der alten Dichter uberschrieben (Wien 1820 in 4.)
macht die Erziehung des Zevs nach Endners Zeichnung den Anfang.
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