Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: XXIV
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Vorbericht.'

bei dem jetzigen Standpunkte aller archäologischen Forschung
wohl von selbst. Meines verehrten Freundes, des Hrn.
Prof. Spohn in Leipzig Aufsatz über die Hieroglyphen-
schrift erhalt wohl erst durch Mittheilung des zweiten Frag-
ments seine volle Beziehung und kann hier nur als. Vorbe-
reitung auf wichtigere Aufschlüsse angesehen werden. Uns
ist bis jetzt des scharfsinnigen Jomard auf so vielfache
Autopsie sich gründende Behauptung, der, ganz nach Herodot,
bei den Aegyptern den Charakteren nach nur zwei Schrift-
arten anerkennt, die hieroglyphische und die gemeine, die
hieratische aber bloß durch die Umdeutung der Zeichen von
der hieroglyphische« unterscheidet, immer noch als die befrie-
digendste vvrgekommen und dafür hat Creuzer neuerlich eine
sehr entscheidende Stelle aus Plotins Enneaden beigebracht*).
Sehr überraschend wird allen Alterthumsfreunden die am
Ende des Spohnschen Aufsatzes mitgctheilte Nachricht seyn,
daß der Verfasser die alt ägyptischen Schriftzüge des allbefpro-
chenen Denkmals von Rosette größtentheils entziffert habe. Er
hat die Güte gehabt, uns das von ihm dabei beobachtete Ver-
fahren und die erfreulichen Ergebnisse desselben bei einem Be-
such auf seinem Zimmer vorzulegen und seine Methode ist
uns eben so geistreich als treffend erschienen. Möge der oft
über seine Kräfte thätige und nach vielen Seiten hin wirksame
Forscher Zeit gewjnnen, die erregte Erwartung bald zu
befriedigen, und uns das von ihm ausgearbeitete I^exicon
Aegyptiacum nicht länger vvrcnthalten, wobei wir ja auch

9 S. Creuzer ' s Commentationes Herodoteae P. I. p. Z7Y.
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