Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: XXX
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Vorbericht.

gelten, die der Verfasser in seiner seitdem wirklich er-
schienenen Uebersetzung von Pindars Werken aufs strengste
befolgt hat. Diese Uebersetzung, eine sehr willkommene Mu-
sengabe, man mag die überwundenen Schwierigkeiten die
gegenüberftehende Urschrift in denselben Versmaaßen, mög-
lichst fließend und deutsch, klang-- und sangreich und mit
prosodischer Strenge dichterisch wiederzugeben, oder das Liefe
Eindringen in den wahren Sinn, oder die Zweckmäßigkeit
der untergefttzten Anmerkungen, oder die, neue Gesichts-
punkte geistreich aufstellende, Einleitung in Anschlag bringen,
wird gewiß anderswo ihre gerechte Würdigung erhalten; sie
wird, laut und mit kunstgerechter Vorbereitung vorgelesen,
den Wohllaut des thebanischen Schwans selbst ungeübten
Zuhörern näher bringen und, wie selbst der hier davon ge-
machte Gebrauch beweist, auch für die richtige Auslegung
altgriechischer Bildwerke allen, welchen die Urschrift ein ver-
siegeltes Buch bleiben müßte, ein gar nicht zu verachtendes
Hülfsmittel seyn.— Sehr fein ist von dem Verfasser in dieser
Entwickelung der mythologischen Bedeutung der äginetischen
Marmorbilder der belebende Einfluß der Athene, welche in
beiden Giebelfeldern den Mittelpunkt der Kampfscene macht,
angedeutet und gezeigt, wie dieß hier mit den heroischen Aea-
cidenkämpfen in Beziehung gebracht werden könne. Lhiersch
sagt: die Göttin erscheint, um dem einen Theil gegen den andern
zu helfen , als Beschützerin des mit Besonnenheit kämpfenden
Muths. Warum nicht lieber als E r w e ck e r i n? Denken wir
doch an die bekannte Sage, Athene habe die tyrrhenische Trom-
pete erfunden, weßwegen sie wohl selbst Trompete genannt
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