Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: XXXII
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XXXII

Vorbericht.

—--sie rüstete jegliches Mannes

Busen mit Kräfte rastlos im Streite zu stehn und zu

kämpfen,

und wo sie Schild schüttelnd sonstMuth in der Männer
und Pferde (Hesiod. Schild des Hercules 553) Brust erregend
unter den Helden austritt. Aber sieht mandenn das auch der ägi-
netischen Pallas an? Allerdings, wenn anders ihr Wiederher-
steiler, Thorwald sen, ihr mit seinem Kennerblick und
Kunstvecstand die rechte Stellung abgemerkt hat. Denn wir
wissen aus mündlicher Unterredung mit dem unvergleichlichen
Künstler bei seiner neulichen Durchreise, als er vor unserm
berühmten Pallastrank von altem Styl mit Vergnügen ver-
weilte und derselben nach Maßgabe der ganzen Haltung der
Figur dieselbe Handlung beimaß, daß er durch ein Bruch-
stück des rechten Arms der Aegineserin belehrt sie schla-
gend an den Schild restaurirt hat. Am wenigsten
dürfte vielleicht in Thierfch Ausdeutung die Erklärung der
vier weiblichen Figuren befriedigen, welche als auf den vier
äußersten Spitzen beider Giebelfelder stehend angenommen
werden. Er erklärt sie für Keren, für Todtengöttinnen. Es
gestattet hier der Raum nicht, unsere Zweifel dagegen aus-
einanderzusetzen. Nur dürfte wohl schwerlich der conver-
sus pollex ein eingebogner (pressus) gewesen seyn *).

*.) Gerade der conversus pollex ist der ausgestreckte der Ungunst,
aber mir einer besonder« Andeutung. Die Italiener haben ihn noch.
Mit Recht sagt Z. M. Geßnerl 68l gestns pulices interimentis.
Daö Gegenrhkjl, wenn wir den Daumen zwischen die andern Finger
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