Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: XXXIII
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Vorbericht.

XXXIII

Bei dem interessanten Reliefs welches die Peliaden das
Zauberbad für ihren alten Vater bereitend vorstellt und von
Hirt aus der Vergessenheit errettet und treffend erläutert
worden ist, hätte noch bemerkt werden können, daß es schon
vor fast 200 Jahren in Rom im Pallast Strozzi zu sehen
gewesen uud in einer Handzeichnung unter die Papiere
des berühmten Parlamentraths zu Aix, Peiresk, gekommen
ist, woraus es Zagues Spon zuerst, aber sehr fehlerhaft,
edirte. * *)

Wir begrüßen in der mit eben so viel Scharfsinn als
Geschmack gegebnen Erklärung des Knöchelspielenden Amors
aus der Feder des Herrn Professor Levezow gleichsam
einen Erstling aus den reichen Alterthums- und Kunstsamm-
lungen, die bald in zweckmäßiger Zusammenstellung das
K. Preußische Museum in Berlin schmücken werden. Wie
schön wird dadurch eine selbst von einem Hemsterhuys
irrig verbesserte Stelle des Apollonius von Rhodus gerecht-
fertigt! Vielleicht hätte die gelehrte Abhandlung dadurch

einschlagen, ist nun eben im Gegencheil das Zeichen der Gunst
nach der bekannten Stelle beim Pllnius XXVIII, i. s. 5. Jener
feindlich ausgestreckte Daumen ist der bekannte pollex infestus. S.
Hudendorp zu Apulejus Met. II. p. 142. und Butrmann zu
Spaldings Quintil. XU. 5. 119. p. 224. War aber dieser in der Rö-
mischen Arena übliche Gest auch hellenisch, auch so alt, wie die Aegi-
netischen Denkmale?

*) S. 3. Sp 0 N' s Miscellanea eruditae antiquitatis S. III.

p. ng. n. III. Es ist sehr nachlässig gezeichnet. So fehlt der her-
abhangende Ermel, die nopr] am Oberkleide der Medea ganz. Spon
meint, durch den Dreifuß verfuhrt, es waren 3 Pythonissen, die um-
her stünden.
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