Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: XXXV
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Vorbericht.

XXXV

und chronologische Stütze. Ohne Liefere Münzkunde giebts
keine Archäologie. Wenn werden wir aus des unvergeß-
lichen Neu mann's in Wien Nachlaß seinen Plan einer
Münzkunde nach den Abstufungen des Kunststyls erhalten? —
Ein Beitrag aus der Numismatik, wie ihn der Schatzmei-
ster des reichen Gothaischen Münzkabinets, der Hofrath und
Bibliothek-Director Fr. I a c o b s in Gotha übereine alte
Mü-nze von Zankle hier mittheilte, durfte also schon aus
diesem Grunde im ersten Stück unsrer Amalthea kaum fehlen.
Jacobs Name bürgt für Gründlichkeit. Der herrliche Mann,
dessen PHilostratisch e Gallerieen wir mit, Sehn-
sucht erwarten, drückte auch diesem kleinen Aufsatz denselben
Stempel der Vollendung auf, den alle seine Arbeiten tragen,
und den eine frühere Abhandlung aus der Münzkunde über
die auch unserer Antikensammlung sehr befreundeten Ariad-
nestatuen tragt. *)

Der zweite Abschnitt soll immer Abhandlungen
zur eigentlichen Kunstgeschichte und Kunstkritik für ganze
Werke und Unternehmungen enthalten. Es muß allen Kunst-
freunden sehr erwünscht seyn, die von dem berühmten Alter-
thumsforscher, Hofrath Hirt in Berlin, in der Berliner

*) Über die Bildsäule der schlafenden Ariadne auf einer sel-
tenen Münze (von Perinthus) in den Denkschriften der Münchner
Akademie der Wissenschaften für 1814. — Es ist nun wohl durch die
bei Salzburg gefundene Mosaik mit der Fabel von Theseus und
Ariadne außer Zweifel, daß die sonst Agrippina genannte colossale
Heroine in der König!. Antikensammlung in Dresden eine wirkliche
verlassene Ariadne ist.
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