Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: XXXVIII
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XXXVIII

Vorberich L.

von Politik hatte Ennio seit seiner Verpflanzung an die
Seine von der Tiber sich gänzlich losgesagt — aber
doch der 'Trroxop/öTxo's manche Schartirung gab. Selbst
in dem, was man seinen Schwanengesang nennen mag, in
seinen zwei Vorlesungen in der Akademie über die Elgin-
Marmors möchte hier und da eine gewisse Condescendenz
nicht unbemerkt bleiben. Warum den so gar nichts aus-
sprechenden Brief von Canova gleichsam als einen Medu-
senkopf gegen alle Zweifler gleich vorn aufs Schirm-Schild
setzen?— Auch läßt der wahrhaft geistreiche und des anschau-
lichen Kunsttacts gewiß nicht entbehrende Quatremere de
Quincy in seinen unter uns zuwenig gekannten Eettre8
ecrites de Londres ä Rome a Mr. Canova sur les
marbres d’Elgin (Rom, i8i8» i6o Seiten in gr. 8.)
dieß den Verständigen an mehrern Orten wohl ahnden.
Das ist nun eben die kleine Schwäche des großen Visconti,
welche der beredte Sprecher der Akademie Datier in seinen
Eloge *) auf ihn sehr fein mit dem Ausdruck l’habitude
de s’acconrmoder in seiner Charakterzeichnung andeutet.
Es werden von Herrn v. Köhler doch sehr auffallende
Beweise von — Leichtgläubigkeit nahmhaft gemacht. Das
auffallendste bleibt allerdings die Ehre der Antike, welche
Visconti dem seltsamen Cameo zuerkannte, dessen getreue.
Abbildung wir hier auf der 6. Kupfertafel zur augenschein-

*) Herr D. Schorn hat sich das Verdienst erworben, diese
Denkrede in seinen Kunstblättern no. 70. 71. übersetzt zu liefern.
Es ist für die Sache wenig, für die französische Ansicht viel daraus
Zu lernen.
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