Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 39
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nicht auch am Jda gelten lassen, *) und durchaus die heilige
Eiche schicklicher finden, weil ja von dieser auch bei Jupiters
und Bacchus Geburt der Honig träufelte: **) so mag man
sich nur wegen des breiten Blatts mit der Forstbotanik,
wegen der fehlenden Eicheln mit der Symbolik des Alter-
thums abfinden. Bedeutend ist der Baum auf jeden
Fall!

Es gehörte zu den Bildern des goldenen Zeitalters und
jener stets geträumten, nie in der Wirklichkeit erschienenen
oder einer Palingenesie aller Dinge, wenn ein anderer Him-
mel und eine andere Erde feyn wird, aufbewahrten Unschuldsr
welt, ***) daß es da auch in der thierischen Schöpfung noch

*) Span heim erklärte wenigstens den Banm aus der Münze
des Antouinus Pius mit dem Knaben Jupiter, der auf der Ziege
reitet, aus demselben Grunde für eine Platane, zum Callimachus i»

lov. 49- p. 47-

**) S. Voß zu Virgils ländlichen Gedichten (Ekloge
IV, 30.) Th. i. S. 20i. und an mehreren Stellen.

***) Sie findet sich in der indischen und zoroastrischen Lehre (im
Reiche Dsjemscbid's. S. Zendavesta Th. i. S. iig. Ueber Al-
ter und Werth einiger morgenlandischer Urkunden von
I. G. Rhode S- 28. f.) eben so gut, als in den begeisterten Lie-
dern des Propheten Jcsaias (Herder's Geist der ebraischen
Poesie Th. I. S. 159.). Bei Untersuchungen darüber darf der Ge-
sichtspunkt nicht aus den Augen gelassen werden, daß in gesetzten Welt-
perioden nach dem Laufe der Gestirne immer dasselbe goldne Zeitalter
wiederkehrt. Viel Gutes hat darüber gesagt Du Puis Origiiie da
tous les cultes T. III. P. I. S. i6z. ff. vergl- Voß zu Virgils
Eklogen IV, §. p. i85-i88- Der astronomische Phönix selbst ist eine
solche anonaTäsTasis. Nach der zur Gnüge bekannten Ursage beim
Hesiodus (Op. et D. 108. ff. vergl. mitAratus Phaen. ioo ff.) werden
die Weltalter nach den Metallen benannt. Buttmann hat in seiner
Vorlesung über den Mythos von den ältesten Menschen-
geschlechtern in den Abhandlungen der historisch-philologischen
Klasse der Berl. Ac. der Wisst i8'4 —i;. S. 145, mit Scharfsinn
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