Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 80
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9751.2
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9751.3
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9751.4
DOI Seite: 10.11588/diglit.9751#0129
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1820/0129
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
die Heeren Cp.,475*) in fehlenden Bindewörtern, Decli-
Nationen und Conjugationen erblickte, nach seiner Art in der
Analyse p. Z7. 78. von ihr abwehren wollen. Wie aber,
wenn.die Folgezeit beweisen sollte, daß selbst die in Buchsta-
Len ausgedrückte ägyptische Sprache in dieser Hinsicht nichts
weniger als vollkommen zu,'nennen sei? —

Noch weit mehr scheint der Streit zu frühzeitig, ob die
Aegyptier eine zweifache, dreifache oder nach Warburton gar
vierfache Schrift gehabt haben; ob die hieratische Schrift
von der Hieroglyphenschrift blos der Bedeutung, keineswegs
aber den Charakteren nach verschieden, nach Iomard in der
Oescr. del’Egypte. Antiq. V. II. p. 371; oder nach
LH. Chr. Tychsen (Ueber die Buchstabenschrift der alten Aeg.
in der Biblioth. d. alt. Lit. u. Kunst St. VI.) eine theils
aus abgekürzten Hieroglyphen, theils aus willkührlichen Zei-
chen gebildete Zeichenschrift gewesen sei, die man hierogly-
phische Cursiv nennen könnte; oder ob man nach Zoega de
<obei. p. 549. Heeren (Ideen II. p. 457.) und Andern
eine zierlichere aber weniger verständliche, jedoch nicht we-
sentlich und ihrem Ursprünge nach von der gemeinen verschie-
dene Art der Buchstabenschrift darunter zu verstehen habe.

Derselbe Tadel trifft die noch auf nichts sich stützende
Behauptung, welche aus Palins Analyse p. 32. und
fragmens etc. Th. III. und IV. von einem kenntnißreichen
Manne in dieLeipz.Lit.Zeit. 1306. p. gvu. f. ausgenommen,
leicht weiter verpflanzt und von deutelnden Tändeleien, denen
sie ein gutes Versteck bildet, gepflegt von den schädlichsten
Folgen seyn kann, daß nämlich Verschiedenheit der Classe zu
bezeichnender Gegenstände, oder Monumente und Orte, eine
Verschiedenheit der Bedeutung derselben Hieroglyphe erzeugt
haben könne. Geringem Beifall und daher auch geringere
Schädlichkeit wird die eben so unzeitige als einseitige Be-
schränkung haben, nach der uns im voraus hat sollen be-
stimmt werden, welche Gegenstände nur durch Hieroglyphen
bezeichnet erwartet werden könnten. Ohne auch nur eine
Zeile von der zahllosen Menge lesen zu können, glaubte man
vvrschreiben zu können, was sich einzig darin erwarten lasse,
loading ...