Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 87
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Semitischen liegen, wo dasselbe Wort „sehen, beobachten,"
und dann auch „helfen, beschützen," bedeute. Warum nicht
dann eben so im Lateinischen, wegen servare (servavi de
coelo) tueri (tueor te, senex), oder im Griechischen,
wegen Tripdv, (pvkdrretv, oder im Deutschen, wegen
wahren (gewahren, bewahren) warten (Warte), halten
(„und sie hielten auf ihn" spähten) oder aus welcher Sprache
noch? Das Krokodill ist nach Diodor Hieroglyphe jeder
Schlechtigkeit, Bosheit; „augenscheinlich" darum, weil im
Semitischen zn sowohl Krokodill, als auch schlecht, böse heiße.
Dieß ist ja aber nur wieder Idem per idem erläutert.
Das Krokodill, dem Acgyptier ein typhonischcs Thier, wie
es der Perser ein ahrimanisches genannt haben würde, hatte
vorzugsweise vor andern typhonischen Anwartschaft auf
dieses Beiwort. In der Note wird gezeigt, daß dasselbe
als <rbv%os in den Hieroglyphen bixaiog bedeute wegen der
Paronomosie, da hdt gerecht, aufrichtig, gescheut, schärft
sinnig, rein, unschuldig seyn bezeichne. Keineswegs, son-
dern weil das Krokodill, vermöge seiner bekannten natürli-
chen Beschaffenheit, die lebendige Hieroglyphe des geraden,
unbeugbaren, dem krummen entgegengesetzten ist, bid ro
fiyj cxohuug £%£iv, weil es ein rectus war; das Uebrige
bedarf hoffentlich keiner weitern Ausführung.

Endlich bezeichnet nach Diodor die geöffnete rechte
Hand Mittheilung, die geschloßne linke Bewahrung der
Habe. Auch hier foll „lediglich und allein in der
Semitischen Sprache" der Grund liegen, aus dem sich „be-
stimmt und sicher erweisen lasse, wie die Hand über-
haupt zu der Ehre kam, in der Hieroglyphik als ein Bild
„zunächst die Worte (nicht blos die Begriffe) Freigebig-
keit, wie Habsucht oder Bedrückung" auszusprechen
p. XXV. Denn im Arabischen heiße dasselbe Wort (*i:)
zuerst Hand, dann Geschenk, Gabe, Wohlthat, und eben
so Gewaltthätigkeit, Druck, Bedrückung.

Die Hand bezeichnet aber, warum? ist wohl von selbst
klar, ( —) thätig; ob der Vorsatz wohl- (—) oder
wehe- ( —) dazukommen müsse, giebt erst die Verbindung.
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