Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 101
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ii* Es ist nämlich gerade der weibliche Hirsch von dem
Haupte deS Mannes, und der männliche Hirsch von der
Hand der weiblichen Figur durch den erwähnten Einschnitt
gesondert; ferner ist der weibliche Hirsch fliehend, und der
männliche verfolgend dargestellt, so daß die männliche Figur
vielmehr klagend als angeklagt, die weibliche dagegen als
Verklagte und Verstoßene erscheint, die der lebhaft sprechende
König in Schutz nimmt, wodurch dieser als mächtiger Frie-
dcnsvermittler zwischen dem Kriegankündenden Araber und
dem bedrängten Aegyptenlande aufrritt. Ist diese Erklärung
richtig, und ich sehe nicht, was ihr entgegensiände, da alles
dadurch in schicklicher Beziehung auf einander erscheint, und
Hirsche, die sich nach der Brunstzeit sogleich wieder trennen,
recht gut das Symbol der Scheidung seyn können; so bezeich-
net die dreifache Verschlingung zweier geschlungenen Bänder,
worin Herder das Heiligthum der Perser, den Gürtel Kosti,
zu erkennen glaubte, vielmehr die vorherbestandenc Verbin-
dung, welche der Araber aufgelockert hat, uud gänzlich auf-
zulösen sucht. Nur soviel gebe ich Herdcrn zu, daß die
Verschlingung der Bänder von dem Bande Evanguin (in
Zend Eviaonghene) hergenommen sei, wodurch der Parse
nach Anquetils Abhandlung über der Parsen bürgerliche und
gottesdienstliche Gebräuche den Barsom oder die geweihten
Vaumzweige, wie den Kosti, zusammenhält. Ob damit
auch die Figur in Verbindung stehe, welche Abel Remusat
im dritten Hefte des dritten Bandes der Fundgruben des
Orients S. 190. als Bezeichnung von 9 Sternen im Was-
sermann aus der mongolischen Uranographie anführt, wage
ich nicht zu entscheiden. Remusat will aber ein solches ge-
wundenes Kreuz, als aus der Verbindung der 8 Dämonen-
häupter, die sich in der Mitte durchkreuzt, und auf folgende
Werse entsteht,

O-O O

O O-O

nicht nur in Georgii .Alphabeto Tibetano p. 460., son-
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