Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 114
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II4 -

nigfaltigem Gebrauch dieser Figur mit Witz und Aberwitz
jene alten ehrwürdigen Vater des ersten Welthandels noch
weit hinter sich ließen.

Eines steht wenigstens unlaugbar vor Augen. Wo wir
auch nur auf alten Denkmalen der griechischen Kunst entwe-
der den alten Hermes mit dem keilförmig zulaufenden Bart
(6 a(pqvoTuüycuv'), welches immer der wahre phönizische
Handelsherr ist , oder auch den ächt hellenischen in Arcadien
gebornen, in Athen in der schönen Ephebusgestalt ausgebil-
deten jungen Hermes mir dem Caduceus erblicken, überall ist
an wirkliche Schlangen in der dem obersten Theil des Stabes
zugetheilten Verzierung gar nicht zu denken. Ich habe, um
dieß wenigstens durch einige Beispiele in Bildwerken zu ver-
deutlichen , auf der zweiten Kupfertafel verschiedene Abbil-
dungen der Art zusammengestellt. Eine der ältesten Münzen
der etrurischen Stadt Poplonia oder Populonia, die zur Feit,
wo die Tyrrhener eine glänzende Mecresherrschaft übten, eine
reiche Handelsstadt war, Eisengußfabriken von dem auf
Elba gewonnenen Eisen und Thunfischereien hatte, und
daher auch den Gewerbefördernden Merkur auf ihre Mün-
zen prägen ließ, giebt uns in zwei einander entgegenge-
kehrten Caduceen den Normal-Typus der altern Gestal-
tung. *) Die darauf folgenden Abbildungen **) sind
sammtlich von Merkuriusbildern auf noch nicht edirten
Lambergischen Vasen abgezeichnet worden, deren genaue
Ducchzeichnungen ich durch die Güte des vormaligen Bc-

*) Aus CoINba Museum Hunterianum tab. 45- n- 2g. Eine
ähnliche Münze dieser Stadt mit einem einzigen Caduceus, den
unsrigen völlig ähnlich, theilt Eckhel mit in einer gelehrten Abhand-
lung über die durch ihn zuerst in Menge bekannt gemachten Münzen
dieser fast nur durch Münzen uns noch achtungswerthen Stadt in den
numis anecdotis tab. II. n. 1. vergl. desselben Doctr. N. Vet. T. I.
x. 95- Auf unsrer Tafel II. n. 7.

**) Tafel 11. no. 9. 10. 11. 12.
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