Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 142
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drängten. Weinend klagt er zum Himmel e m-
p0 r. Da entsendete Zeus denn Ihm Beistand
zu gewähren mich rasch von dem Himmel Herr
nieder. H a L t' ich das a l l e s g e w u ß t i m z 0 r n-
erbitterten Herzen, Als er hinab ihn sandt'
in des festverschlossencn Aides Haus, um den
Hund des'gehasseten Gotts aus dein D u n-
kel zu führen, Nicht entfloh er dem heftigen
Strom des stygischen Wassers." Wie hier dem
Alciden bei dem Gang in die Unterwelt beistehend, so giebt
sie ihm bei Hcsiod A. 124♦ den Panzer, als er seinen ecsten
Kampf besteht, und beschützt ihn im Kampfe gegen den
Kyknos das. Z2Z, auf alten Kunstwerken auch im Kampf
gegen die Lernäische Schlange und gegen den Riesen Alkyo-
nus, .*) den Perseus aber beim Zuge gegen die Medusa
nach Kunstwerken, * **) und Pindarus Pyth. 12, 31., den
Tydeus, da er allein den ganzen Hinterhalt der Kadmio-
nen bezwang Zl. x. 290., und bei Homer vor allen den
Achilleus, Diomedes und den Odysseus in bei-
nahe allen Abentheuern seiner Rückkehr. Wo irgend ein
hervorragender Held im entscheidenden Kampf ihres Beistan-
des bedarf, da erscheint sie, nur, wie es Pindar in der
angeführten Stelle ausdrückt, „den lieben Mann aus
diesen Arbeiten zu erretten," und so sehn wir sie
auch hier mitten in dem Werke der Helden und ihren gegen-
einander drohenden Lanzen und Pfeilen gegenwärtig zur Hülfe
denen, welchen sie wohl will. Wenn sie aber über einen
Zeustempel also beschäftiget erscheint, so ist das ein Zeichen,
daß die Helden, denen sie Hülfe bringt, ihrem Vater so
werth sind als ihr selbst, und man hat sich dann zu denken,
daß er sie, wie nach Homer zum Beistände des Herakles,
vom Himmel an seiner Statt zu ihrer Hülfe herabgesandt hat.

Ferner ist ausgefallen, daß Pallas, angenommen sie
sei erschienen, Sieg und Schutz zu verleihen, zwischen den

'•') Millin Feintures de Vases T. II. 75. Tischbein T. II. 20.

**) Dempster Hetruriae Reg. T. II. 4 U. Z.
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