Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 158
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Tausendfach ohn' Unterlaß
Führt eurer Thaten Geleis breit hundert Maase
Ueber Neilo s Quellen fort und durch die Hyperboreer.
Nicht also fremd noch anderer Zunge gewöhnt ist eineScadt
Welche nach Peleus des gewaltigen Ruhm nicht, des heil-
reichen Götterschwahr's vernahm,
Noch auch den Ruhm Ajas Telamoniades, noch des Vaters,

worauf er bei diesem, dem Telamon, verweilt, der Thaten
gedenkt, die er mit dem Herakles ausgeführt hat, in jenem
Kriege gegen Troja, zu welchem ihm und sein Volk aus Ti-
ryns Herakles führte „Arbeit den Männern ob des
L a o m e d o n Trug" und in andern Abentheuern. Her-
vorgebildet aber wird die Scene, wie Herakles den Telamon
zu jenem Kriege aufzuforvren, in dem Hause des Helden an-
kommt, mit welcher wir unsere Auszüge beschließen wollen:

33.Doch als er des Aeakos Sohn

Rief zur Fahrt, traf all' er beim Festmgle vereint.

Ihn, der stand umhüllt vom Leunfell, rief mit der nektar-
umduftenden Spendung anzufahn, drn
lanzenstarken Amphitryoniadas
Und reicher ihm froh eigner Macht
Rauschend vom Weine die Schal' und starr von Gold zum
Gruß Telamon.

Und er die Hand' ausbreitend unzwinglicher Gewalt
Zum Himmel riefein solches Gebet: Wo du je, o Vater Zeus,
Willfährig mein Flehn hast erhöret,

Jetzo, jetzt den götterbewegenden Wunsch
Ruf ich dir: laß mächtiglich aus Eriböa
Diesem Mann hier einen Sohn entsprossen, dem Freund'
im Geschick,

Unbezwingbar durch Gestalt,

Wie jetzo das Fell sich um meine Schultern hinschlingt,
Jenes Thiers, des ersten Kampfs einstmal ich in Nemea
schlug,

Und Muth geleit' ihn. Aber da dieß er gesagt, sau dt'
ihm der Gott

Aus der Vögel Fürsten, den mächtigen Aar. Süß Erfreun
rührte drinnen ihm sein Gemüth.
Deß rufend, gleich weissagendem Mann er begann:

Dir entsprießt ein Sohn dem Wunsch nach, o Telamon.
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