Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 159
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Diesen nennt Ajas, den A a r so h n, starker Gewalt
nach dem Vogel, der euch herflog, und furchtbar
wird er seyn im Schlachtengewühle des Volks,

Dieß sprechend saß er alsobald
Nieder.

Auch der letzte isthmische Gesang auf Kleander aus Aegiua
bewegt sich in seinem epischen Theile ganz in der Heldensage
der Aeakiden: die Liebe des Zeus zu Aegina, die Geburt des
Aeakus, die Auszeichnung des Peleus durch die Götter, die
Thaten des Achilleus und sein Tod, den auch die Musen in
Trauerliedern beklagten, ziehn nach einander in den Ge-
sang ein.

Wenn zwischen diesem nie ausbleibenden Lobe der Aeaki-
den in den äginetischen Gesängen des Pindarus zuweilen
anderer Helden Erwähnung gethan wird, so geschieht es
kurz und um das Lob der Aeakiden einzuleiten und zu begrün-
den , oder wegen einer persönlichen Beziehung des erwähnten
Helden auf den Sieger, und der Dichter eilt überall auf den
ihm durch Gebrauch und selbst durch Satzung gebotenen
Stoff zurück.

Durch diese vollständige Aufzählung dessen, was der
reiche lyrische Gesang, den uns ein günstiges Geschick über
Aegina aufbewahrr hat, über die Aeakiden enthält, die Be-
weggründe und Rücksichten, die hier eintreten, und die
verschiedenen auf Einen Punkt zusammenlaufenden Richtun-
gen des Lobes und der Verherrlichung des Eilandes, glau-
ben wir eine in sich festöegründete und unumstößliche Beweis-
folge (Induction) geliefert zu haben, daß auch dem bilden-
den Künstler, welcher neben dem lyrischen in gleichem Geiste
und nur in den Mitteln verschieden, gleich ihm durch öffent-
liche Werke die Insel zu schmücken übernommen hatte, die-
selbe Sage, Aeakus, seine Söhne „und die Kinder
der Söhn', ungestüm zu bestehn ehernes
Schlach tengewühl, groß in männlicher Kraft,
reinen Sinnes und vielgeprüft auch in Klug- \
heit'' wie er Isthm. 7. (3.) 25. das Geschlecht bezeichnet,
als ein unabwcislicher Stoff sich darbot, und daß, da jene
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