Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 202
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9751.2
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9751.3
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9751.14
DOI Seite: 10.11588/diglit.9751#0255
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1820/0255
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
202

der vorder» Seite einen gekrümmten Delphin, der für sich
die Lage der Stadt am Meere, und dessen Krümmung die
Beschaffenheit dieser Lage bezeichnen kann. Die Rückseite
Zeigt ein eingeschlagenes Fachwerk, iu welchem man die Thore
der Stadt und ihre Abtheilungen oder eine Festung derselben
zu erkennen glaubt I2); und in diesem bald eine Seemuschel,
bald einen struppigen Menschenkopf, welchen die Einen für
den Orion, die Andern, eben so willkührlich, für den Zank-
lus halten 13 )♦

Ueber diese Symbole Hab' ich nichts hinzuzufügen, da es
nicht fruchten kann, Muthmaßungen in einer Wissenschaft zu
Haufen, die damit schon allzusehr belastet ist.

Aber außer dem Delphin zeigt auf einigen dieser Drach-
men die vordere Seite einen geschwungenen, nach der Mitte
zu sich verdichtenden Halbkreis. Die meisten Erklärer stimmen
darin überein, diesen Kreis einen wachsenden Mond zu
nennen. Der einzige Combe, behutsamer als seine Vorgan-

12) Havercamp zu Paruta T. I. p. 150, Pelerin R.ecui.1

T. III. p. 103. berührt diese Deutung, aber ohne Werth darauf zu
legen. Vielmehr glaubt er, daß die Einschnitte des Revers bloß
gedient hatten, das Metall auf dem Ambos fest zu halten. Für
Liesen Zweck ist die Zeichnung zu regelmäßig und zu gleichförmig,
und in dieser Rücksicht ganz verschieden von den Einfenkungen, die
man auf andern alten Münzen findet, und welche keinen andern als
den erwähnten Zweck gehabt zu haben scheinen.

13) Die Seemuschel (eoncha pelorias) findet sich als Nebenzei-
chen auf mehrern spatern Münzen vonMessana (G. Paruta Tab. XX.
2 u. 4. Torreirmzz. ‘Tab. XLVII. 12. auf einer kleinen zierlichen
Silbermünze, welche sich zweimal in dem Gothaischen Cabinet fin-
det) und wird wohl mit Recht auf die Lage am Meere gedeutet.
Havercamp ad Parut. T. I. p. 150. — Der struppige Kopf steht
als Nebenzeichen ebenfalls auf einer spatern Messanischen Münze
bei Paruta Tab. XX. 6., welche Münze das Goth. Cabinet ebenfalls
besitzt. Haverkamp halt ihn für den Orion; Dorville und Frölich
ONotit. Eiern, Num. c. II. p. 2g. Tab. II. 14.) für den Janklus.
loading ...