Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 203
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ger, drückte Zweifel aus *4), Dieser Zweifel ist vollkom-
men gegründet.

Das Gothaische Cabinet besitzt ein unbezwciftlt achtes
Exemplar dieser Münze, auf welcher jenes rathfelhafte Zeichen
vollständiger ausgedrückt ist, als auf irgend einer andern,
deren Abdrücke und Abbildungen mir vor Augen gekommen
sind. Hier geht das rechte Ende des Halbkreises nicht, wie
auf den wenigen gut erhaltenen Exemplaren, in eine Spitze,
sondern in einen sehr deutlich bezeichneten Knopf aus. Dieser
Knopf ist nichts anders als ein Ring, in welchen ein Griff
eingefügt werden konnte; und mit diesem Griffe wird das,
was man bisher einen zunehmenden Mond nannte, offen-
bar zur Sichel.

Diese Sichel deutet zugleich auf die alte Sage von
der Hippe des Kronos 15), und auf den Nahmen der

14) 3*1 der Gaza Pembrockiana T. II. tab. VIII. g. erscheint die-
ser Halbkreis wie ein Zweig. Mionnet T. I. p. 253. erklärt ihn ohne
Bedenken für einen croissant. So auch Lnpplement. 1. I. p. 4°°*
nr. 27. Dauphin a ganche dans un grand croissant. und nr. 271.
Dauphin tourne a gauche, devant un grand croissant. C 0 Mbe
im Mus. Hunter. T. 37. luna crescens vel simile quid.

15) Ganz wie auf unsrer Münze, wenn man den kurzen Griff
wegdenkt, erscheint die Sichel Saturns auf einem gelben Jaspis der
Stoschischen Sammlung bei Schlichtegroll II. Band, lab. XX. 7. p.
51. Nicht anders, so viel die Kleinheit zu sehn erlaubt, auf den
Münzen der Familia Sentia mit dem Beinamen Saturnina. welche
den Saturn auf einem vierspännigen Wagen zeigen, in der erhabenen
Rechte eine der unsrigen ähnliche Sichel haltend. Bei einer sitzenden
Figur des Saturnus b. Schlichtegroll Th.i. lab. XV. ist in der ver-
größerten Zeichnung die Sichel modernisirt, und der den Griff mit
der.Hippe verbindende Ring zur Parirstange, geworden. Auf andern
Steinen hat dieses Werkzeug die zierlichere Gestalt einer «pjri,, wie
sie dem Perseus beigelegt wird; und so auch auf den Münzender
Familien Neria und Noria. lieber die Sichel und Harpe, und die
Denkmäler, auf denen sie Vorkommen, S. MHHn Monumons ine-
dits Tome I. p,2tq.
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