Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 229
DOI Heft: 10.11588/diglit.9751.15
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9751.16
DOI Seite: 10.11588/diglit.9751#0282
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1820/0282
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
einen Faun im Museo Pio Clementino, und einen andern
im Museo Capitolino, nebst einem Relief, ein Opfer an
Hygea vorstellend. In der Villa Albani ist die Statue des
Antinous-Osiris, und in Relief Dädalus und Icarus. Fast
jede größere Sammlung hat einiges in diesem Marmor aus-
zuweifen. Man weiß nichts Bestimmtes über das Vaterland
dieses Marmors; gewöhnlich giebt man die Wüste zwischen
Aegypten und dem rothcn Meere dafür aus. In der Bild-
kunst scheint er nur spät Eingang gefunden zu haben und nicht
vor der Kaiferzeit. Im Museo Pio Clementino giebt
es einen aegyptifchen Cabir in diesem Stein , aber auch die-
ser ist römische Arbeit.

In dem gelben afrikanischen Marmor (giallo autieo)
sieht man einige unbedeutende Namen. Auch ward, so
wie der Pavonazzo zu einigen Gewandtheilen an Statuen
barbarischer Fürsten gebraucht, wie in der Villa Nattei,
Albani, und im K. Museum zu Neapel.

Z. 6. Zu der Gattung der harten Steine, worin Bild-
werke vorhanden sind, gehört der Granit, der Porphyr, der
Basanit, der Bröckelstein r und die Smaragdmutter: alles
ägyptische Steinarten, worin die Acgypter auch fast aus-
schließlich arbeiteten. Zu den harten Steinen zählen wir
auch den Obsidian, einen sehr schwarzen, glasahnlichen
Stein, der Spiegelglanz hat. Man fand ihn in Aethio-
pien, und man sah hievon Bildnisse des Augustus, in dessen
Zeit Obsidius, von dem der Stein den Namen führte, ihn
entdeckt zu haben scheint. Ueberreste giebt es, so viel ich
weiß, hievon nicht.

In Granit unterscheidet man den röihlichcn, den grauen
und den schwärzlichen r alle aus ägyptischen Brüchen bei
Syene, daher der Name bei den Alten Syenites, oder
auch Pyropoecilon (Plin. 36, 13.).

Aus diesem Stein sind fast alle (einige wenige giebt es
auch von Sandstein), und die größten Obeliske, ganze Ka-
pellen aus Einem Stein, eine Menge größerer und kleinerer
Standbilder, Sphinxe, Löwen und andere Thiere; dann
Sarcophage, Throne, Altäre, alle mit eingehauencn Figuren
loading ...