Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 240
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Nachrichten, die größtentheils Statuen betreffen. Doch
geschieht auch Meldung von Bechern iu Eisen, aber nur
wie von einer Seltenheit (Plin. 34,40.). Von andern
Metallen scheint man in der Bildkunst keinen Gebrauch ge-
macht zu haben, als etwa zu Formen.

Die Verfertigung der Bildwerke in Metall geschah auf
zwei Arten, entweder durch das Treiben mit dem Hammer,
oder durch den Guß.

§. 2. Zn Rücksicht des Goldes und Silbers scheint es,
daß man diese Metalle zu Bildwerken so rein wie möglich
angewandt habe. Eben so verhielt es sich mit dem Eisen.
Wir finden blos, daß man zu besonder» Zwecken auch eini-
ges Kupfer zu dem Eisen mischte. — Aber desto schwieriger
bleibt die Frage in Hinsicht des Erzes.

Dieses Metall ist nicht einfach, sondern besteht in einer
Mischung. Die Grundlage ist das Kupfer, und die Misch-
theile sind das Zinn, das Blei und der Zink, bald einzeln,
bald mehrere zusammen, bald in geringerem, bald in grö-
ßerem Verhältnis Mischet man das Kupfer mit Zink, so
entsteht die Erzart, welche wir Messing nennen (Festus in
V. Cadmea). Das eigentliche Erz entsteht durch Beimi-
schung des Zinnes oder des Bleies, oder beider zusammen;
und das Verhaltniß dieser Mischungen bestimmt die Erzart
nach dem Gebrauche, den man hievon machen will. Zu
den Erzarten, welche die Alten zu Bildwerken bestimmten,
scheint je weder Gold noch Silber genommen worden zu
seyn.

Ueber die Mischungen der Erze zu Bildwerken dachten
die Alten viel nach, und machten darin häufige Versuche,
theils um die Technik darin zu erleichtern, theils einer
bestimmten Farbe wegen. Zn der schönsten Zeit der Kunst—-
von Pericles bis zu Alexander dem Großen — arbeiteten
die großen Meister in drei Erzarten, welche man in später»
Zeiten noch nach der Farbe unterschied. Die frühere dieser
drei Erzarten war die von Delos, dazu kam die von Aegina,
und endlich die von Corinth. Alle drei scheinen sich bald
nach Alexander dem Großen verloren zu haben, so daß man
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