Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 282
DOI Heft: 10.11588/diglit.9751.15
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9751.17
DOI Seite: 10.11588/diglit.9751#0335
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1820/0335
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
282

Ta f. XXII. Jupiter, und Taf. XXIII. Juno, Sta-
tuen von Marmor in gewöhnlicher Größe. Jupiter soll,
wie der Text sagt, mittelmäßig, Juno schön gearbeitet
seyn; jenes mag dahin gestellt bleiben, der so geheißene
Jupiter aber ist zuverlässig der schätzbare Sturz einer
Statue des Aesculapius, welcher nur durch irrige Restau-
ration zum Jupiter umgeschaffen worden; die Falten sei-
nes Gewandes sind wohlgeworfen, und die entblößte Brust
hat schöne Formen; der Kopf, der rechte einen Donnerkeil
in der Hand haltende Arm und der eine Fuß sind neue
Zusätze.

Taf. XXIV. Kleine Gruppe von Bronze. Nach der
Erklärung soll sie den Mercurius darstellen, auf seinen
Armen den jungen bekleideten Bacchus tragend. Mercu-
rius, wenn es wirklich einer ist, erscheint hier sehr ju-
gendlich, noch als Knabe, ohne anderes Abzeichen als
große Flügel am Rücken. Die Kunstverdienste dieses Werks
sind von keiner vorzüglichen Beschaffenheit.

Taf. XXV. Andere kleine Bronze, einen laufenden
Stier mit bärtigem Menfchengesicht darstellend. Ursprüng-
lich trug derselbe eine weibliche Figur, von welcher noch
der linke Arm sich erhalten hat; sonst glaubte man den
Raub der Europa in diesem Werk zu erkennen; die neue-
ren Erklärer wollen hingegen den Stier lieber Bacchus
Lauriformis genannt wissen, und den weiblichen Arm für
den Rest einer Bacchantin ausgeben. Die Arbeit ist zwar
gut, aber nicht vortrefflich.

Taf. XXVI. Marmorne Statue des Aesculapius.
Dem Text zufolge soll die Arbeit an derselben zwar nicht
grandios, aber doch fleißig und ausführlich seyn. In
den Erinnerungsblättern findet sich keine Nachricht von
diesem Denkmal.

Taf. XXVII. Andere Statue des Aesculapius, über
welche berichtet wird, sie sei von grandiosem Styl und
das Gewand habe breite Falten. Hiermit kommt eine
ehemals gemachte Bemerkung ungefähr überein, nämlich,
daß an dieser Statue die Arbeit im Ganzen besser, For-
loading ...