Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 290
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verfertigt seyn. Ergänzt sind an beiden Figuren die Spitzen
der Nasen; am Amor das rechte Bein bis über die Hälfte
des Schenkels hinauf/ das linke bis in die Höhe der Wade,
auch die beiden Flügel größtentheils; an der Psyche das
ganze untere Theil des Gewandes mit Füßen und Beinen
von den Waden an und die Schmetterlingöflügel mehr als
zur Hälfte.

Ta f. XLIV. Kleines Grabmal mit griechischer In-
schrift und erhoben gearbeiteten Figuren des Amor und der
Psyche. Ganz mittelmäßig, vermuthlich aus später Zeit.

Taf. XLV. stellt die erhobenen Arbeiten an einer etru-
rischen Graburne dar; den Amor/ die Psyche nebst noch vier
andern Figuren grob und schlecht geschnitzt, von Seiten der
Kunst ganz ohne Werth.

Taf. XLVI. Sitzende Isis aus Bronze von ägyptischer
Arbeit.

Taf. XLVII. Harpocrates, kleine treffliche Bronze,
ohne Zweifel aus der Zeit, da der ägyptische Gottesdienst
zu Rom begünstigt war; der Kupferstich stellt dieses Werk
zweimal, einmal von der Vorderseite und einmal vom Rük-
ken angesehen dar.

Die Tafeln XLVIII. XLIX. L. u. LI. enthalten
verschiedene Abbildungen einer dem Ansehen nach uralt ägyp-
tischen, ungefähr lebensgroßen Figur, welche man allenfalls
für die Isis halten dürfte. Sie sitzt an der Erde. Die
Vorderarme über beide Kniee gelegt, die Füße bis fast an
d.e Schenkel zurückgezogen. Am Gewand, welche vornäm-
lich aus einem über den Hüften gegürteten Schurz besteht,
und die Beine bis nahe an die Knöchel deckt, sind Hierogly-
phen eingegraben, desgleichen am Sokel, wie auch an dem
Pfeiler hinter dem Rücken der Figur.

Drei Tafeln, nämlich LH. LIXI. und LIV. zeigen
jede zwei erhoben gearbeitete Figuren, alle von einem ur-
sprünglich runden Altar aus Granit, der aber an der einen
Seite flach gemeißelt worden, um ihn an eine Wand setzen
zu können. Erwähnte sechs Figuren stellen eine Opferpro-
zession vor, drei halten kleine Götzenbilder, die andern drei
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