Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 296
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sich das Verdienst, sie im zweiten und dritten Stück seiner
Zeitschrift für Geschichte und Auslegung der
alten Kunst aus den Zeitschriften mitzutheilen. Dennoch
aber bleibt das meiste noch zu untersuchen übrig. Bei Ver-
einigung solcher unter sich fremdartigen Stücke wird nicht
allein der alte Marmor viel überarbeitet, damit der Betrug
verschwinde, sondern auch sehr oft ganze Stücke neuer Arbeit
eingesetzt, und nach Vollendung der Tafel durch einen beizen-
den gelblichen Ucberzug das Ganze überstrichen, dergestalt,
daß bei solchen Mißgeburten viele Zeit und vieles Saubern,
das den Fremden wohl selten erlaubt seyn dürfte, anzuwen-
den , um auf den Grund zu kommen. Und doch halfen alle
diese Denkmäler der Wissenschaft zu nichts, und schaden, als
öffentlich beglaubte Lügen, vielmehr sehr viel, bis eine solche
Untersuchung überall wird angewendet und bekannt gemacht
worden seyn.

Weniger nothwendig wird der neue Abdruck von Vis-
contis zweitem Werke von größerem Umfange, der Icono-
graphie Grecque et Romaine, sein, weil man zu Paris,
außer der großen Ausgabe, auch eine in 40 veranstaltete.
Dieses Buch eignet sich mehr als das vorhergehende zu einer
neuen berichtigenden Ausgabe von deutschen Gelehrten. Bei
einer solchen neuen Bearbeitung würde zweierlei zu erwägen
seyn. Erstens die Denkmäler welche den Stoff liefern; zwei-
tens die dabei gegebenen geschichtlichen Erläuterungen. Als
Visconti dieses Werk begann, hatte er sich nur wenig mit
den Münzen des Alterthums beschäftigt, wie seinen Freun-
den in Rom, Florenz und Paris bekannt ist. Das zu bear-
beitende Feld war groß und weitläuftig: die Zahl der vor-
handenen Denkmäler gering. Der Verfasser fand sich daher
veranlaßt, alles was ihm nur irgend brauchbar schien, und
sich ihm darbot, aufzunehmen. Daß da manches Versehen
vorging, werden wir sehr bald aus den zum Theil schon ge-
schriebenen Arbeiten italiänischer, süddeutscher und französi-
scher Münzkenner erfahren, durch welche vielen der von Vis-
conti gelieferten Bildnissen ihre eigentliche Benennung wieder-
erstattet, und ihnen der Ort und der Rahme den sie in der
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