Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 301
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sich Millin *), dem niemand richtiges Urtheil und Geist ab-
sprechen wird, und dem , eben so wie dem Visconti, die
wahre Gestalt der Buchstaben bekannt seyn konnte, für die von
Arditi zuerst angenommene Art zu lesen, R-^EOPlVE^,
schöner Orneus! und setzt hinzu: cette lejpon a pour
eile une grande autorite', celle du celebre et a
jamais regrettable Visconti. Hier Wird also der ganze
Gesichtspunkt des Streites verändert; statt zu erklären was
da zu lesen ist, sucht man wahrscheinlich zu machen was da
stehen könnte.

Visconti's Schrift: Osservazioni sopra un antico
Cammeo rappresentante Giove Egioco, Padova
1793. 40. übergehet völlig die Hauptsachen, welche dieses
Denkmal angehen,und mehreres, das die Vorstellung betrifft
und sie auszeichnet, ist nicht gehörig ausgeführt. Zwei
nachher über dieses Denkmal in Italien erschienene Schriften
haben diesem Mangel nicht abgeholfen.

Wir würden die Gränzen einer flüchtigen Abhandlung
überschreiten, wenn wir jede der abzudruckenden Schriften
dieses fleißigen Alterthumsforschers erwähnen und beurtheilen
wollten. Es ist blos nothwendig noch auf zwei seiner Ab-
handlungen aufmerksam zu machen, und dann endlich noch
einige Schriften desselben zu nennen, auf die die neuen
Herausgeber keine Rücksicht genommen zu haben scheinen.

Die Osservazioni su duemusaici antlchi istoriati;
Parma, 1788* 8°- und die Lettera su di un antica
argentcria, nuovamente sooperta in Roma, 1.79z.
4°. verbinden wir, weil wir von beiden Schriften nur ein
Urtheil zu fällen haben. Die beiden musivischen Tafeln
befinden sich jetzt wahrscheinlich in Spanien; das silberne
Kästchen, nebst den dazu gehörigen Dingen, gehört dem Hrn.
von Schellersheim. Diese Denkmäler haben wir nicht ge-
sehen: der Anblick der Kupfer von den musivischen Tafeln
muß jedoch jedem nur etwas geübten Auge Mißtrauen ein-
flößen. Entscheidend aber ist das Urtheil des berühmten

*) Annal. Encyclop. Arm, 1Z1Z. To. III. p.352-353.
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