Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 311
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I.

Etwas

über Vas vormalige Museum Borgia.

Göttingen d. 10. April 1820.

Ich glaube Ihnen keinen unpassenden Beitrag zu Ihrer
Amalthea zu senden, m. s. w. Fr., wenn ich Ihnen
einige Nachrichten über das vormalige Museum des Cardi-
nals Borgia mittheile. So viel ich weiß, giebt es keine
allgemeine Beschreibung davon; wenn gleich über einzelne
Gegenstände desselben manche Abhandlungen erschienen sind.
Freilich kann auch Ich eigentlich nur von dem sprechen,
was es in dem Jahre 1786, in welchem ich es öfters be-
suchte, enthielt. Daß es seitdem noch manche Bereicherun-
gen erhalten habe, laßt der inlmer thatige Sammlungsgeist
seines Besitzers erwarten, und ist mir auch aus seinen Brie-
fen bekannt. Es ist aber nicht wohl möglich, von dem
Museum Nachricht zu geben, ohne zugleich von seinem Be-
sitzer zu sprechen; denn beide waren von einander gleichsam
unzertrennlich. Ich hatte das Glück, zu den genauen Be-
kannten des ehrwürdigen Mannes zu gehören; auch nach
meiner Abreise dauerte unser Briefwechsel fort; noch an dem
Tage seiner Wallfarth nach Paris, wohin er Pius VII. be-
gleiten mußte, um Napoleons Krönung zu verherrlichen, aber
es nicht erreichte, da er in Lyon sein Leben endete, erhielt
ich die letzten Zeilen von ihm; und nie wird sein Andenken
in meinem Herzen erlöschen. Der Wohnsitz der Familie
Borgia, die aus Spanien herstammre, war nicht in Rom,
sondern in Velletri. Hier wohnte der Bruder des Eardi-
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