Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 314
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von ihr trennen; sie war nicht in Velletri, sondern in seiner
Wohnung in Rom, in der Propaganda. Er selber hatte
durch die lange und tägliche Uebung sich hierin große Kennt-
nisse erworben; auch war es besonders hier, wo der damals
anerkannt größte Kenner dieses Faches, wo Zoega ihm zur
Seite stand. Sie umfaßte nicht blos das griechische und
römische, sondern auch das orientalische Alterthum. Aus
den beiden Werken, welche über einzelne Abtheilungen dieser
Sammlung erschienen sind, Adlers Museum Cufi-
cum, *) und Zoega's Commentar der ägyptisch-römischen
Münzen **), kann man auf den großen Reichthum des Ganzen
zurückschließcn. Die andern Abtheilungen waren verhältniß-
mäßig eben so reich ausgestattet. Die römischen Antiquare
wußten, daß sie bei ihm einen Abnehmer fanden; daher
strömte ihm alles zu. Ich war öfter Augenzeuge, wie ganze
Haufen alter Münzen vor ihm und Zoega lagen und durchge-
mustert wurden. Konnte man auch nicht von ihm sagen,
was man von dem erblindeten Cardinal Albani erzählt, daß
er d'lrch das bloße Gefühl im Stande gewefen sei, über
Aechrheit oder Unächtheit zu entscheiden, so war doch sein
Auge so sicher, daß es fast nie einer langen Prüfung be-
durfte; der erste Blick entschied. Welche Schätze auf diese
Weise zusammenkamen, läßt sich leicht erachten, und meh-
rere Stellen in den nun bekannt gemachten Briefen von Zoega
geben genauere Nachweifungen. Bereits 1733, als dieser
Gelehrte zuerst in die Bekanntschaft von Borgia kam, und
die Anordnung und das Verzeichniß der Sammlung über-
nahm, fand er nach seinem eignen Ausdruck Säcke voll
alter Münzen ***); und doch ging erst von diesem Zeitpunkt
an das Ankäufen der alten Münzen recht ins Große. Einen

*) Museum Cuficum Borgianum, illustravit I. G. Adler. Ro-
mae 17Z2.

**) Numi Aegyptii Imperatorii prostantes, in Museo Borgiano
Velitris , Romae 1737.

***) Zoega's Leben n. S. lg.
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