Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 320
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und-der mir von ihm geschenkt wurde, gearbeitet. Ich be-
sitze noch einige Exemplare davon, womit ich den Sammlern
geographischer Cabinette dienen kann.

Die Schicksale einer so reichen Sammlung nach dem
Ableben ihres Besitzers, das auf seiner Reise nach Paris im
Nov. 1804 zu Lyon erfolgte, können den Freunden der Alter-
thumskunde nicht gleichgültig seyn. Es fehlt aber an hin-
länglichen Nachrichten; und es ist mit ein Zweck dieses Auf-
satzes, reisende Kunstfreunde aufzumuntern, genaue Erkundi-
gungen einzuziehen. Ungeachtet der harten Schicksale, die
den Cardinal bei den politischen Umwälzungen vom Jahr
1793 trafen, und seines Exils, wurde doch damals das Mu-
seum erhalten. Münzen und Gemmen in Rom wurden zwar
bei seiner Verhaftung gerettet, aber wie schon oben bemerkt,
in völliger Unordnung. In seinem Testament in Lyon hatte
er die Propaganda zu seinen Erben eingesetzt; das Museum
aber seiner Familie vermacht. Nun aber entstand ein Streit,
ob zu dem Museum, das immer Museum Veliternum
hieß, auch die in Rom befindliche Sammlung der Münzen,
Gemmen und coptischen Handschriften gehöre? *) Es ist
zu hoffen, daß dieser zu Gunsten der Familie wird entschie-
den seyn. Sparern Nachrichten zufolge ist das Museum von
der Familie nach Neapel verkauft, und macht einen Theil
der großen königlichen Sammlung agli stadi aus. Hier
soll es, wie mir erzählt ist, noch unausgepackt stehen. Aber
umfaßt es alle Theile der alten Sammlung, auch die Mün-
zen, Gemmen und coptischen Sachen? Und wird es, ausgc-
packt, dort mit den übrigen Schätzen vermischt werden ? Oder
wird es zur Erhaltung des Andenkens seines ehrwürdigen
Sammlers eine eigne und abgesonderte Sammlung bilden?
Dieß sind Fragen, welche außer mir gewiß noch mancher
Andere, dem das Andenken des edlen Mannes theuer ist,
wünschen wird, zuverlässig beantwortet zu sehen.

Heeren.

) Zoega's Leben II, S. 323.
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