Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 326
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Das gesammte Ornament der Fronte ist in einem sehr
edlen Styl gedacht, zurückgeführt auf die schöne vegetabili-
sche Arabeske, und erreicht auch in Rücksicht der reinen und
schönen Ausführung die besten Zeiten der Kunst bei den Grie-
chen, welches um so verdienstlicher ist, da der Architekt die
Arbeiter für diese Theile alle erst aufsuchen, heröeirufen und
bilden mußte.

So viel von der Fronte des Gebäudes. — Die beiden
langen, rückwärts laufenden Seitenflügel des Quadrats
haben zur Unterbrechung der langen Flache nur sechs, in
weiten Entfernnungen von einander stehende Nischen, da
die Sale ihr Licht von der Hofseite erhalten und also dort
die Fenster sind.

Die nach Nordost sehende Rückseite hat einen Eingang
und einen auf vier Säulen ruhenden Vorsprung, um den
Vorfahrenden, (indem auf diese Seite die Gesellschaftssale
verlegt sind), einen bedeckten Platz zum Aussteigen darzubieten.

Alle Säle sind gewölbt, und dabei die verschiedensten
Formen der Decken und die reichste Stuckaturarbeit ange-
bracht. Die Beleuchtung erhalten sie großentheils durch
hochliegende halbrunde Fenster, nach Art der großen Säle
und Gallerten, welche in den römischen Thermen zur Auf-
stellung der Kunstwerke dienten; diese in neuer Zeit hier
zuerst angewandte Beleuchtungsart zeigt sich höchst vortheil-
haft und thut eine große Wirkung.

Die Säle haben Fußböden mit verschiedenen natürlichen
Marmorarren eingelegt; die Wände sind mit künstlichem
Marmor bekleidet.

Drei Säle werden, von dem als Meister in Dichtung
und Ausführung anerkannten Cornelius, ul freseo mit
Gegenständen aus der Mythologie des Hesiod, Homer und
der Heroengeschichte ausgemalt. Sie sind bestimmt, an
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