Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 1.1820

Seite: 334
DOI Heft: 10.11588/diglit.9751.22
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9751.23
DOI Seite: 10.11588/diglit.9751#0388
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1820/0388
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
334

thezirt sind , und in technischer Rücksicht über die ganze
Manier, wie die Men ihre Urkunden auf eherne Tafeln ein-
gruben und sie dadurch weit unzerstörbarer machten, als es
das den Rost ausgrfetzte Metall sonst zuzulassen scheint, mit
eben so viel Scharfsinn als Gelehrsamkeit mitgetheilt werden.
Denn es ist kaum etwas Verdienstlicheres in alterthümlichen
Forschungen, wie sie seyn sollen, als die genaueste
Erforschung und Angabe der technischen Behandlung und der
Kunstgriffe, wodurch die Alten in der Bearbeitung der
Kunststoffe eine so große Uebbrlegenheit über die Modernen
behauptet haben. Da ist-Noch viel zu fernen!

Doch es ist nöthig noch von einem andern Werke zu
sprechen , welches durch die ihm beigefügte Kupfertafel und
den großen Umfang, auf welchen es berechnet zu feyn scheint,
allerdings die Aufmerksamkeit in einem noch weit höhern
Grade auf sich ziehen würde, wenn nur die Kritik und g er
lehrte Alterthumskunde Nicht noch manches dabei zu
erinnern fände. Ich meine das Werk, welches im Laufe
des verflossenen Jahres vom Baumeister Antolini in
Mailand herausgegeben und auch schon durch einige Anzeigen
in Deutschland bekannt geworden ist*). Ich verweile daher
noch etwas länger, um alles, was über die Nachgrabungen
von Vellcja bis jetzt bekannt worden ist, in eine kurze Ueberr
sicht zu bringen.

Die Stadt Velleja im gebirgigen Theile des Gebietes
des alten Placentia (Piacenza) wurde zuerst wieder in jenen
Gegenden genannt, als 1747 in der Gemeinde Macinisso
eine große Bronzetafel mit einer langen Inschrift unter dem
Pfluge entdeckt und aufgegraben wurde. Die Bronze, in

*) Le Rovine di Velleja misurati e disignate da Giovani An-
tolini, professore di architettura, cet. Parti I. Milano dalla

Societa tipogralica dei classici Italiani in Folio 36 S. ohne die
Vorrede. §um Titelkupfer der Prospekt des Forums von Velleja
in Aqua Tinta und 9 Kupfertafeln. Vergl. Ueber Kunst u n d
Alterthum von Göthe n. Bandes, 2s Heft. (Stuttgart 1820)
S. ii — 16.
loading ...