Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: XVIII
DOI Seite: 10.11588/diglit.9752#0022
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XVIII

Vorberich t.

turgeschichte S. 22. ff, den dreifachen verschieden-
artigen Begriff der Hermaphroditen ( worunter aber die
monströsen Hypospadiaei überhaupt nicht gehören)
deutlich bestimmt zu haben. Von den ersten der daselbst
unterschiedenen zwitterartigcn Gebilde in physiologischem
Sinne (nicht im gemeinen Sprachgebrauch«:)
ist mir, wie schon gedacht, nie ein zuverlästiges Beispiel
im Menschengeschlecht je vorgckommen. Desto mehr
aber von den übrigen beiden Hauptarten z. B. der der
zweiten Klasse von Jünglingen und Männern mit weibli-
cher Brust, deren ich drei selbst geschn. Es laßt sich denken,
wie solche Hermophroditen zuweilen in prodigiis und
hinwiederum in ddiciis habiti seyn konnten. Na-
mentlich ist dieser Fall der männlichen Brust iu Aegyp-
ten nicht selten (S. Urosper Alpinus de medicina
Aegypt. p. 32.) und auch an plastischen Kunstwerken
des ägyptischen Alterthums bemerkbar (S. Zocga
de obelisc. p. 476.), so daß auch Fea einen Pasto-
pharos für eine weibliche Figur ansah. Auch ließen
sich wohl Männer, die sich solcher Weiblichkeit schämten,
durch eine chirurgische Operation davon befreien (S.
Paul. Aegineta VI, 46.) Und von dieser gefälligen Ab-
weichung des Bildungstriebes könnten doch wohl die
alten Künstler die veredelten Formen ihrer Hermaphro-
diten entlehnt haben, wie auch Osann in Ihrer Amal-
thea S« 349- nicht in Abrede zu seyn scheint. Was
aber im angeführten Handbuch am Schluß gesagt wor-
den, weibliche Weichlichkeit in der Tvtalsorm des Männ-
lichen, dazu finden sich Belege so wie in der schönen
Natur, unter den herrlichsten Climatcn, so in der helle-

Androgynen wurden „ach dem Hctrurischen Ritual bei den Römer»
ins Meer geworfen. Beim Julius Obsequens kommt dieser Fall allein
neunmal v?r. S. Sch esser i» den Anmerkungen x.gz. und Da-
vis zu Cicero de Divinat. r, 43. Schon Gaspar Bauhin in sei-
nem belehrten Werk de ijernuphrojUtii I, H7. sammelte alles Hie-
hergehörige.
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