Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 9
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um ein Bild desto tiefer einzuschneidcn. In dieser Art
find mehrere Gemmen auf uns gekommen.

tz. 4. In der Regel waren alle Steine, die man
schnitt, von einer Harte, daß sie nicht, wie andere Steine,
mit Werkzeugen von Eisen, Stahl oder Erz bearbeitet
werden konnten. Hiezu waren andere Stoffe, und andere
mechanische Vorrichtungen erforderlich. Auch werden die
hiezu gebrauchten Stoffe da und dort genannt, und auch
das technische Verfahren laßt sich mit hinreichender Sicher-
heit crrathen. Im Wesentlichen war es von dem, was
jetzt üblich ist, nicht verschieden. Die Technik der Alten
hat sich in dieser Hinsicht durch das Mittelalter bis auf
uns sortgepflanzt.

In Hinsicht der Stoffe erfahren wir folgendes:

Erstlich sagt Plinius (36, 10.). — „Um die
Gemmen zu schneiden und zu schleifen, bediente man sich
lange vorzugsweise des Naxiüm, so werden die Schleif-
steine genannt, welche die Insel Cyprus erzeugt; später-
hin zog man die aus Armenien cingcführten vor." In
einer andern Stelle (36, 47.) gedenkt er dieser beiden
Stcinarten wieder unter den Schleifsteinen, das Eisen zu
scharfen, wobei man anstatt des Oels blos Wasser zur
Befeuchtung nahm. Hicmit ist Dioscvridcs (5, 163.)
zu vergleichen, welcher angiebt, daß man die Splitterchen
oder den Staub (aTror^jiijita) des cyprischcn Schleif-
steines zum schärfen des Eisens gebrauchte. Das Naxium,
welchen Ausdruck Plinius hat, mag also das eigenthümr
liche Wort für das Schleifpulver aus den cyprischen
Steinen gewesen scyn. In einer dritten Stelle kommt
Plinius ( 37, 32.) noch einmal auf diese Wetzsteine
zurück, wo er von dem Poliren der Gemmen spricht.
Ferner nennt Plinius (37, 65.) auch eine härtere Art
Ostracit, mit deren Splittern man andere Gemmen
schneiden könne. Merkwürdig ist cs, daß derselbe Auror
(37, 15.) unter den Diamanten auch eine Art nennet,
die man in Cypern fand, und deren Wasser in das Luft-
blaue spielte. Er rechnet sic aber unter die Abarten, weil
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