Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 13
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seinen Ring von großem Werth in das Meer warf, und
wie solcher, in dem Bauche eines Fisches gefunden, ihm
wieder zugestellt ward. Nach Plinius (37, 2.) war
der Stein ein Sardonyx, den Augustus in der Folge in
dem Tempel der Cvncordia weihte. Aber Herodot und
andere (S. die von Junius de pict. vet. unter Theodor
rus gesammelten Stellen) machen daraus einen Smaragd,
auf dem zum Siegeln eine Leier von Theodor, dem Samier,
eingcschnitten war.

Früher schon lebte ein anderer Siegclschneider, nämr
lieh Mncsarchus, der Vater des Philosophen Pythagoras,
der bekanntlich ein Zeitgenosse von Polycrates war (Diog.
Laert. in Pythag. 8, 1.) Die größere Gemeinheit der
Siegelringe wird aber besonders durch eines der Gesetze
des Solon klar, welches jedem Steinschneider verbietet,
den Abdruck von einem verkauften Siegelringe zu behalten
(Diog. Laert. in Solone C. 9.). Solon gab seine Gesetze
ungefähr um die 47(1« Olympiade. Durch ein solches Gesetz
sollte offenbar verhindert werden, daß die Siegel nicht nach-
gemacht würden. Dies setzt aber Erfahrungen gemachten
Mißbrauches voraus, und zugleich den häufigen Gebrauch
der Siegelringe.

Zum Siegeln sind zwar die Gemmen nicht nothwcnr
dig. Man konnte hiezu das Metall selbst, Gold, Eisen
u. s. w. aus dem der Ring bestand, einschneidcn. Auch

scheint es, daß man früher metallene, als Steinringe zum
Siegeln trug. Macrobius (Saturn. 7, 13.) sagt: „Die
Alten trugen die Ringe nicht zur Zierde, sondern des
Siegclnö wegen. Man stach das Bild in das Material
selbst, aus dem der Ring bestand, von Eisen oder von
Gold, gleichviel. Nachher brachte es der Gebrauch eines
prachtlicbenden Zeitalters mit sich, die Siegel in schöne
Gemmen zu schneiden. “ — Spater jedoch kam theilweise
der alte Gebrauch wieder auf. Viele, sagt Plinius (33,
6.) tragen keine Gemmen, sondern sie siegeln mit dem
Golde selbst. Dies kam unter der Regierung des Kaisers
Claudius in Gebrauch.
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