Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 16
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§. 7> Die Alten sprechen auch von falschen Gemmen,
vor denen man sich zu hüten habe, weil es schwer sey,
die achten vor den falschen zu unterscheiden, und keine
Art von Betrügerei mehr Gewinn bringe. Man machte
aus an sich achten Steinen unächte einer andern Gattung.
So ward der Sardonyx verfälscht durch drei Steine, die
man auf einander klebte, nämlich durch einen schwarzen,
weißen und rothen Stein, welche in ihrer Art zu den
schönsten gehörten. Ferner wußte man dem Crystall die
Farbe des Smaragdes und anderer durchsichtiger Steine
zu geben, und der Sardus erhielt die Farbe des Sardo-
nyp (Plin. 37. 75.).

Aber auch die Mittel werden angegeben, wie man
den Betrug entdecken könne. Indessen scheinen solche
Mittel hauptsächlich nur auf die Verfälschung mit Glas-
pasten zu gehen, in welchen die Alten die meisten Gemmen-
arten sehr täuschend nachzuahmen verstanden.

Man soll die durchscheinenden in der Frühe, doch
nur bis zur vierten Stunde des Morgens probiren. Man
sehe dabei auf das Gewicht, und dann auf den Körper.
Bei den Falschen entdecke man in der Tiefe Bläschen
(in profundo pusulae), auf der Oberfläche Rauheiten
(in eure scabrities) im Gefaser (capillamento) ein
unstätes Feuer, und ein Verschwinden des Glanzes, wie
man sie dem Auge näher bringe.

Als verdächtig soll man die Waare ausehen, wenn
der Gcmmenmäklcr die kräftigste Probe zu entschuldigen
sucht, und verweigert, daß man ein Splittcrchen abschlage,

Gemmen arbeiten konnte, würde cs nicht schwer lassen, auch i» den
Granit die Figuren mit jener Schärfe «nd Gcnauheit zu schneide»,
welche wir in den acgyptischen Slrbeiten bewundern.

Es lohnte sich der Mühe, daß geschickte Steinschneider und andere
Arbeiter in harte» Steinen sich solche nicht sehr kvstbillige Maschinen
machen ließen, und Versuche hiemit anstellten. Vlos um Inschriften
scharf und genau in den Granit einzugrabe», würde eine solche Vor-
richtung schon sehr erwünscht sc-n.
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