Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 18
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der Weise des Silbers mit Figuren in Relief gearbeitet ist"

(aliud (vitrum) argenti modo caelatur).

Doch gab cs auch Gefäße, oder Becher von durchsich-
tigem Glase, worauf die Figuren und andere Zierden tief
eingeschnitten waren. Von einem solchen Gefäße spricht
Achilles Tatius (Juniiis de pict. Vet. 3, 11, p. 295. der
die ganze Stelle anführt). Der Rand des Gefäßes hatte
Wcinranken, von denen Trauben herabhingcn, und dazwi-
schen sah man den Bacchus. War der Becher leer, so schie-
nen die Trauben unreif, füllte man ihn aber mit Wein, so
rötheten sie sich zusehends, und schienen gleichsam zu reifen.

Sechster Abschnitt.

Die S t e m p c l s ch n c i d c k u n st.

§. i. Den reichsten Schatz alter Denkmale verdanken
wir der Stempelschneidekunst. Es ist kein Land in Europa,
wo es nicht reiche Musea antiker Münzen giebt. Wir fin-
den sic von jedem Lande, von jedem Fürsten und von jeder
bedeutenden Stadt der griechischen und römischen Welt, und
in den angränzenden Ländern, welche friedlich oder kämpfend
mit den Griechen und Römern verkehrten; und zwar haben
wir Münzen von dem Anbeginn dieser Kunst bis zu dem
gänzlichen Verfall der alten Völker und Reiche. Mit Recht
verdient die Münzkunde wegen der vielartigsten Aufschlüsse,
die sie uns giebt, das Licht der gesammten archäologischen
Studien genannt zu werden. Auch ist kein Zweig der Altcr-
thumskunde so gründlich, so allseitig und vollständig behan-
delt worden, wie die Numismatik. Seit mehr als drei
Jahrhunderten hat eine Reihe von Männern zur Erweiterung
dieser Studien beigetragen, theils durch Sammeln, theils
durch Forschen jetzt in diesem, jetzt in einem andern Zweige
der Münzkunde. Doch unfern Tagen und einem Deutschen
war es Vorbehalten, der Welt eine allgemeine systematische
Uebersicht der gesammten Münzkunde zu geben. Die Do-
ctxina munorum veterum von Joseph Eckhel wird immer
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