Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 22
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Eisen, Blei, zum Kern nimmt, utrt dann dasselbe mit
einem dünnen Bleche von Silber überzogen ausprägt.
Allein die Uebcrreste zeigen, daß auch dies die Falschmün-
zer nicht abhiclt, selbst die sägcnförmige Rändelung nach-
zumachen; und dies mag wohl die Ursache seyn, warum
man später eine solche Rändelung nicht mehr sieht. —
Manchmal kommen noch an dem Rande die Spuren des ab-
geschnittenen Kopfes vor, welcher durch das Gießen der
Schrötlinge entstand.

Manche Neuere meinten, daß mit den Schrötlingen
zugleich auch das Bild gegossen wurde, um dann unter
dem Hammer das Gepräge desto netter und schärfer zu
geben. Allein dies würde das Ausprägen mit dem Ham-
mer mehr erschwert als befördert haben, besonders in den
wcichern Metallen, Silber und Gold. Nur bei den Mün-
zen von Erz, wo bei größerm Volum das Gepräge vorste-
hender ward, möchte vielleicht das dem Prägen vorhcrge-
gangene Gießen des Bildes nicht unvortheilhast gewesen
seyn.

Das Verfahren mit dem Gießen der Schrötlinge
und dann das Ausprägen mit dem Hammer wird auch
durch die Buchstaben bestätigt, welche die römischen Münz-
vorsteher auf das Geld setzen ließen, nämlich: 1IIV IR.
A. A. A. F. F. das heißt: triumviri auro, argento,
aere flando feriundo. —

Die neuern Künstler brauchen zu ihren Stempeln aus-
schließend den Stahl. In welchen Materien die Alten
ihre Stempel schnitten, wird nicht angegeben. Indessen
da die Alten das Härten des Stahls eben so gut ver-
standen als wir; so möchte auch er das gewöhnliche Ma-
terial für die Alten gewesen seyn. Dennoch scheint es
nach einem Stempel mit dem Kopfe des Nero, der in
der Sammlung des Herrn d'Ennery aufbewahrt wird, daß
sie auch dem Erze eine Art von Härtung zu geben wußten,
um daraus Münzstcmpcl zu verfertigen (Eckhel proleg. L
c. ii und 14.)*
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