Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 32
DOI Heft: 10.11588/diglit.9752.2
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9752.3
DOI Seite: 10.11588/diglit.9752#0068
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1822/0068
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
Erz viele vorhanden seyn, und Herodot (2, 172.) erzählt,
daß Amasis aus einem goldenen Waschbecken die Statue
eines Dämon verfertigen ließ. Daß Aegypten schon früher
sehr reich an Metallschatzen war, sehen wir aus mehreren
Stellen der Bücher Mosis (Exod. 7, 22. n, 2.)* Fer-
ner liefert uns das goldene Kalb (Exod. 32, 4 und 8-) den
Beweis von dem Bildgießen, und die Cherubim neben der
Dundeslade, die aus geschlagenem Golde waren (Exod.
37, 7.) von der Kenntniß des Bildtreibens mit dem Ham-
mer. Die Israeliten, als Auswanderer, konnten diese
Künste nur in Aegypten erlernt haben. — Auf uns sind
nur wenige und nicht große Idole in Erz gekommen, auch
in der Treibkunst, wo das erzene Blech über einen Kern von
Holz gezogen ist.

e. Das Steinschneider:.

Von der Kenntniß des Schneidens in Edelsteinen bei
den Aegyptern geben die Gemmen den Beweis, welche der
Hohepriester der Israeliten trug, und worauf die Namen der
zwölf Stamme eingcschnittcn waren (Exod. 28, 9— 20.).
Ob die Namen, als der Sarder, Topaz, Smaragd, Car-
bunkel, Sapphir, Jaspis, Ligur, Achat, Amethyst, Chry-
solith, Onyx und Beryll, auf die Steine paffen, von
welchen die Uebersetzungen sprechen, darf uns hier gleichgül-
tig seyn.

Auch trugen die Aegyptcr Siegelringe. Pharao über-
giebt den seinigen an Joseph, als er ihn zum Landpfleger
bestellt (6en. 41 und 42.); und nach Herodot (2, 38.)
durften nur die ausgewahlten und mit einem Siegelring be-
zcichneten Thiere geopfert werden. Aber den anschaulichen
Beweis hievon geben die nicht geringe Zahl noch vorhande-
ner altagyptischer Gemmen. Selbst größere Stücke, wie
manche Kaferstcine, und selbst Statuen, auf denen Figuren
nnd Hieroglyphen eingeschnitten sind, sind offenbar wie die
Gemmen selbst gearbeitet. Ein auffallend schöner Rumpf
dieser Art in Dasanitstein befindet sich im Museo Borgia
zu Velletri. Von dem Material und der Vorrichtung zum
loading ...