Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 33
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Eingraben solcher Steine finden wir keine Nachricht; allein es
läßt sich kaum in Zweifel ziehen, daß die Aegypter hiebei auf
dieselbe Weise verfuhren, wie wir cs von den Griechen und
Römern angegeben haben. (Siehe Absch. V. §. 4 und 6. mit
der beiges. Anmerk.)

Wer die Gemmen zu bearbeiten versteht, kann natürlich
auch einen Stempel in eine weichere Materie — in Stahl
oder Erz — graben. Indessen haben wir keine Nachricht,
daß weder die Aegypter, noch sonst irgend ein Volk vor den
Griechen Stempel verfertigten, um Metalle als Geld auszu-
prägen; und was dies zu bestätigen scheint, ist, daß man
bis jetzt nirgendwo einen Ueberrest von geprägtem Metalle
gefunden hat, das man der Zeit, ehe die Griechen münzten,
aneignen könnte.

II. Die Israeliten.

H. Z. Wir lassen es dahingestellt seyn, ob die Jsrae-
litcn ursprünglich aus Aegypten stammen, oder ein arabisches
Hirtenvolk sey, das in Aegypten ein- und auswanderte.
Gewiß ist cs, daß es erst in Aegypten seine Bildung erhielt,
und diese bereits auf einem hohen Punkte stand, als Moses
die Israeliten nach den Wüsten führte. Dieß geschah unge-
fähr 1500 vor unserer Zeitrechnung. Moses hatte geschickte
Leute jeder Art in seinem Gefolge. Es gab darunter treff-
liche Weber und Färber, Holzschnitzer, Gold-und Silbers
arbeiter, Goldschlägcr, Bildgießer, Eemmcnschneidcr,
Steinmetzen u. s. w., wie aus den bereits angeführten Stel-
len hcrvorgeht, und der Bau des heiligen Zeltes erweiset
(Exod. c. 25 27.). Man vergleiche ferner die Stellen,

wo Moses dem Volke das Verbot giebt, weder silberne, noch
goldene Götter, noch Affäre aus gehauenen Steinen zu machen
(Exod. c. 20, 25* u> 25. Deut. c. 4» 16 — 19-).
Es scheint auch, daß die Israeliten das Mumisiren kannten,
und die Leichname von Jacob und Joseph so bereitet worden
sind (Deut. c. 14, !> )•

Indessen scheint die Kunstkultur bei den Nachkommen
N Amalth. II. 3
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