Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 66
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Geister halt' Ormusd, der Herr, der Höchste, der Größte,

geschaffen,

Ausfluß ewigen Lichts und Ausfluß ewigen Wortes,
Amschaspandc, die Stützen des ewigen Thrones, die sieben,
Zsed und Su rusch, beide die Untergewalten der Schöpfung,
Fcrwcrs, aller Wesen Modell und erste Ideen,

Und Awesta, das Wort, das immer lebendige wahre.

Aber als die Kraft des »»verderblichen Lichtes
Bildend ergriff den Stoff, den verderblichen, bösen und finstern,
Folgte die Finsterniß nach, wie Schatten dem irdischen Lichte,
Wenn es aufgehalten sich bricht an sinnlichem Vorwurf.

Da ward Ahriman, des Bösen ewige Grundkraft,

Er, verschlungen in Falsch und Trug, in Laster und Uebcl,

Wie Ormusd in Wahrheit und Reinheit, in Tugend und

Gutem.

Ormusd's Thatenkrcis bezeichnet die Wölbung des Himmels,
Aber der Schlangenring, er bildet Ah ri m a n'S Kreislauf.

Lob und Preis Ormusd, dem höchsten Herren der Schöpfung!
Der im steten Kampf mit dem stets sich erneuenden Bösen,
Hart bedrängt, doch nimmer besiegt, es einst wird besiegen,
Wann am Ende der Zeit das Böse sich lautert zum Guten,

Und die gespaltene Zwei sich wieder löset in Einheit.

Lob und Preis Ormusd, dem höchsten Herren der Schöpfung!
Der, als Weltensecle, das Siegesgcspann mit Gewalt lenkt.
Scher! es fährt Ormusd einher auf dem Wagen des Himmels,
Dessen gedoppeltes Rad ( die Ringe der Zeit und des Raumes)
Donnernd daherrollt über versinkende Zeiten und Welten,

Daß Aeonen und Sphären vergehn in jeglichem Umschwung.

Hofr. I. v. Hammer im Morgenland. Kleeblatt.
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