Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 2.1822

Seite: 100
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gleichfalls von Kyrus nach ihrem Abfälle von den Medern
besiegt, und vermittelst der Begnadigung des Königes tribut-
bar gemacht wurden.

z i. Mit mehr Gewißheit werden wir über die Bedeu-
tung dieser bildlichen Darstellung urtheilen können, wenn
wir eine genauere Abzeichnung davon erhalten: denn wie
wenig man sich auf Olivicr's Abzeichnung verlassen dürfe,
zeigt die Mißzcichnung des Ormuzdbildes, dessen Königs-
gestalt ich nun noch aus einigen andern kleinern Denkmäh-
lern erweisen will. Dahin gehört zuerst diejenige Walze,
wovon die Herren Rich und von Hammer in den Fundgru-
ben des Orientsill, 3- PI. II. Fig. 7, nnd IV, 1. Fig. 3.
eine Abbildung geliefert haben, und wovon ich selbst noch in
den morgcnländischen Alterthümcrn des Herrn Dvrow eine
Erläuterung geben werde. Hier thront Ormuzd in voll-
kommener Königsgcstalt, mit der Königstiare beklei-
det, auf seinem Hcrrschcrstuhle, vor den Symbolen des Lich-
tes und Feuers unterhalb des Mond - und Sonnenbildes von
seinem irdischen Diener befragt, und kenntlich durch den
Herr sch er ring in seiner linken Hand. Derselbe thro-
nende Ormuzd erscheint mit dem Schemel zu seinen Füßen
auf einem Siegel, welches das Johanncum zu Gräz besitzt,
und dessen Abdruck ich unter Fig. 20. nach der Zeichnung
des Herrn von Hammer in den Fundgruben IV, 1. Fig. ig.
liefere. Hier ist Ormuzd nicht bloß durch den Hcrrscherring
in der Linken kenntlich gemacht, sondern zugleich, wie auf
dem im ersten Hefte von Dorow's morgcnländischen Altcrthü-
mern erläuterten Amulete, welches der Abt Lichtenstein durch-
aus mißverstanden hatte, mit dem strahlenden Bogen
und Köcher geschmückt. Der Teppich seines Thrones
hat die bedeutungsvollen Troddeln, welche die Dcwö verscheu-
chen; hinter ihm ist das Symbol des Lichtes und Feuers,
wovon das erstere auf der vorhcrerwähntcn Walze die Gestalt
eines Leuchters, das letztere die Gestalt einer cmporstrebcn-
dcn Pyramide über einem ähnlichen Gestelle hat; und vor
ihm schwebt das Bild der Sonne oberhalb eines Fcuergestclles,
vor welchem sein Diener mit ihm redet. Der Inhalt dieses
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